nicht etwa erst in Limbach begann, sondern vom Oberrhein, also Straßburg, kam, was auf römische Vorläuferspur hinausläuft16. Andererseits gingen Handels-, Pilger- und Heerstraßen oft und über viele Meilen in ein und derselben Trasse. Die Verkehrsteilnehmer von jenseits des Rheins, egal ob Kaufmann, Wallfahrer oder Soldat, nahmen zunächst einmal die Fähre in Worms und wußten um die Furten der kleinen Bäche bis zum Haltepunkt Limbach mit Geldeinnehmem bei der Brücke17. Das Tal nach Altstadt hin ist schmal wie bei Beeden. Der ganze Straßenverlauf ist m. W. erstmals dargestellt in einer 1551 von Erhard Etzlaub herausgegebenen Karte18, wo von Speyer bis Kaiserslautern 9 Meilen eingemerkt sind, von da nach Saarbrücken wiederum 9 und bis Metz 8 hinzukom¬ men, was sich auf 26 beläuft und 195 Kilometern entspricht und der wirklichen Entfernung von 202,2 km ziemlich nahe kommt. Jansonius zeichnete die Strecke im Jahre 1633 in seine „Nova descriptio Palatinatus Rheni“ zwischen Maulwurfshau- fen-Signatur19. Auf einer Zeichnung aus der Mitte des 16. Jahrhunderts im Stadtarchiv Kaiserslautern sind von ebenda Stationen angegeben mit markantestem Punkt an der Limbacher Brücke20. Nach Herrmann liegt im Archiv Koblenz unter 702 Nr. 9179 ein Abriss über die glaydtstraß und stammt als Handzeichnung aus dem nassau-saarbrückischen Aktenbestand aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhun¬ derts21. 16 Christmann (wie Anm. 11), S. 242. 17 R. Fendler, Kloster Werschweiler und das pfalz-zweibrückische Geleit bei Limbach an der Straße, in: Archiv für mittelrhein. Kirchengeschichte, 1979, S. 115-123. - DERS., in: W. Alter (Hrsg.), Pfalzatlas, 1969, Karte 86, mit Textband II, 1971, S. 703-732. - Wichtig auch K. SCHWINGEL, Die Bedeutung der Straße Metz-Mainz im nassauischen Reichsgeleit, in: Aus Geschichte und Landeskun¬ de, Forschungen und Darstellungen, 1960, S. 561-579. Zur lokalen Verkehrsgeschichte K. FISCHER, Wege-Straßen-Schienen-Wasser, in: Homburg 650 Jahre Stadt, 1330-1980 (o. J.), S. 75-101. - Geleitsrecht über einträgliche Strecke zu haben, war begehrenswert. Ein Amtmann der Herrschaft v. d. Leyen in Blieskastel wollte einmal gerade das „Rohrbacher Glaidt gänzlich cassiert“ haben und Pfalz-Zweibrücken das kleine exklave Amt (Glan-) Münchweiler zum Tausch anbieten. Mit seinem diesbezüglichen Memorandum machte er seiner Herrschaft in 25 Punkten den Tausch schmackhaft, wobei dem pragmatischen Pluspunkt Geleit - das sei hier beiläufig erwähnt - ein ideeller auf ein Stück wünschenswerter Hoher Jagd diametral gegenüber stand, nämlich die Chance auf Bann Rohrbach „fümehmste Jagd sogar auf eine Urhahnenpalz“ tun zu können. Ein seltenes archivalisches Zeugnis zur Jagdkultur und Rauhfußhühner-Population! (W. Krämer, Über Tauschprojekte zwischen dem Herzogtum Pfalz-Zweibrücken und der Herrschaft Blieskastel im 17. und 18. Jahrhundert, in: ZGSaarg. 5, 1955, 33-50). Eigentlich ging es dem Amtmann Rosinus darum, mit den Bännen Rohrbach und Hassel die fatale territoriale Lücke zwischen St. Ingbert und den Blieskasteler Hauptlanden ein für alle Male schließen zu können. 18 H. KRÜGER, Das Rhein-Main-Gebiet auf Erhard Etzlaubs Nürnberger Straßenkarten aus den Jahren 1500 und 1501, in: Mainzer Zeitschr. 46/47 (1951/52), S. 71 mit Abb. 3 u. 4. Über alte kartographische bzw. geographische Darstellungen der Saarlandschaft generell ist zu lesen in H. J. Becker, Durch zwei Jahrtausende saarländischer Verkehrsgeschichte, 1933, S. 107-119. 19 K. Fischer, Blätter zur Geschichte der Stadt Homburg, Folge 4 (1958), S. 15 mit Abb. 15. 20 Fendler (wie Anm. 17), S. 116 mit Anm. 6. - Eine Karte über das ganze Netz des Geleits siehe Schwingel (wie Anm. 17), S. 566. 21 Wie von Dr. Läufer freundlich mitgeteilt, befindet sich die Karte neuerdings im Landesarchiv Saarbrücken, hier unter derselben Nummer wie in Koblenz, und ist erstmals veröffentlicht worden von F. Hellwig, in: JbwestdtLG 3 (1977) S. 266 mit Abb. 17. 237