aufgebrochen waren und vermutlich wie die beiden anderen Scharen bis in die Nähe von St.-Denis gelangt zu sein scheinen, was aber nicht ausdrücklich vermerkt wird. Zu dem Zeitpunkt, als der Kaiser St.-Denis verläßt, kehren die Barone nach Paris zurück, offenbar ohne dem Kaiser begegnet zu sein. Währenddessen geleiten die Bürger den Kaiser bis nach La Chapelle und reihen sich nach dem Verlassen des Ortes in Schlachtordnung auf. Die nach Paris zurückgekehrten Fürsten machen sich dann erneut auf den Weg zum Kaiser, der König folgt ihnen und begegnet dem Kaiser zwischen La Chapelle und Paris. Welchen Sinn ihr erster Ausritt hatte, von dem C nichts berichtet, bleibt im Dunkeln. Wir werden am Ende dieses Abschnitts auf „diese Episode zurückkommen. (2) Der zweite gravierende Unterschied zwischen den beiden Texten findet sich im selben Abschnitt. Dazu muß etwas weiter ausgeholt werden: Nach C ziehen König und Kaiser zur Begrüßung jeweils barette und chaperon, Kappe und Hut, dann reitet der König nahe zum Kaiser, vorsichtig zwar, damit sein Pferd nicht das Bein des kranken Onkels berührt, aber doch nahe genug, um ihm die Hand reichen zu können. Danach begrüßt Karl V. in gleicher Weise den König der Römer (Wenzel), kehrt zum Kaiser zurück und läßt diesen an seine rechte Seite führen. Der Kaiser entschuldigt sich und will das nicht zulassen. Ohne daß der Chronist noch einmal explizit vermerkt, daß der König seinen Willen am Ende doch durchgesetzt habe, schreibt er, daß der König der Römer an die Linke des Königs von Frankreich geführt wurde. So sei der König in der Mitte zwischen dem Kaiser und dessen Sohn den gesamten Weg, am Ende auch durch die Stadt Paris bis zu seinem Palast geritten. In der Folge unterbricht C die bisher beachtete chronologische Ordnung35: Erst im folgenden Kapitel wird erwähnt, daß nach den drei Monarchen die Herzoge von Berry und Burgund, Brüder König Karls, den Bruder des Kaisers, Herzog (Wenzel) von Brabant in die Mitte genommen hätten, danach seien der Herzog von Sachsen, ein Kurfürst des Reiches, sowie die Herzoge von Bourbon (Bruder der Königin) und Bar (Schwager Karls V.) gefolgt, alsdann die anderen deutschen Herzoge, darunter einer namens Heinrich (von Brieg), der Herzog von Bousselou (= Boleslaw von Liegnitz) und der Herzog (Wenzel) von Troppau. Hervorzuheben ist, daß auch hier dem Leser der Eindruck einer Ordnung in Dreierreihen vermittelt wird. Im Hinblick auf den Bericht von M ist noch anzumerken, daß C nichts darüber berichtet, daß die Pferde der Monarchen am Zügel geführt worden wären. Es wird lediglich erwähnt, daß der Zug zum Palais vom Herrn (Enguerrand) von Coucy sowie den Grafen (Johann) von Saarbrücken und (Raoul) von Brienne angeführt und geleitet worden sei, die den Kaiser seit dem Betreten des Königreichs ständig begleitet hätten. Für die Leibwache des Kaisers hatte der König nach diesem Bericht vier huissiers d’armes und sechs Kämmerer abgeordnet. Erst nach diesem Exkurs über die garde du corps des Kaisers setzt C den Bericht über den Einzug in Paris fort36. 35 Chronique, S. 218 f. 36 Chronique, S. 219 f. 106