logie, an der Ausprägung einzelner Buchstabenteile, sind bei dem heutigen Zustand der Inschrift kaum zu gewinnen; alsdann wird die Typologie der Majuskeln zum entscheidenden Faktor23. Unsicherheiten aus dem Erhaltungszustand und aus dem Fehlen einer gültigen Monumentalpaläographie des 12. Jahrhunderts entwerten paläographische Beobachtungen an der Kaufleute-Inschrift in Trier jedoch nicht von vornherein. Insbesondere wird bei einer Frühdatierung die Frage interessieren: Wie weit entfernt von der Köln-Trierer Urkunde von 1149 entstand die Inschrift am Trierer Dom? Die Mischung kapitaler, eckiger und unzialer bzw. runder Varianten eines Buchsta¬ bens setzte in der Monumentalschrift an der Wende zum 11. Jahrhundert ein und wurde in einem fortschrittlichen Strang der Schriftentwicklung kultiviert; daneben gab es eine Art konservative, stärker von der Kapitalis und nachkarolingischen Idealen geprägte Richtung und natürlich von beiden beeinflußte Schriftausprägun¬ gen24. Im 12. Jahrhundert ist dann von einer noch stärkeren Differenzierung auch hinsichtlich unterschiedlicher Materialien auszugehen; Gesetzmäßigkeiten können zunächst nur in gewissen, schwer zu definierenden geographischen und damit kulturgeschichtlich zusammenhängenden Räumen der Schriftentwicklung erarbeitet werden; in Trier sind aus dem Dombereich und dem Umfeld erzbischöflicher Aktivitäten mehrere Inschriftenträger erhalten geblieben, die für einen Vergleich herangezogen werden können. Aufgrund der schon genannten Probleme reduziert sich der Vergleich auf eine tendenzielle Beurteilung der Buchstabentypen innerhalb des Trierer und ausgewählten auswärtigen Vergleichsmateriales. Im folgenden findet sich also — Teile des Alphabets durchlaufend — eine Charakteristik der Buchstaben der Kaufleute-Inschrift und ihrer nächsten datierten Entsprechungen: Belegliste der Vergleichsinschriften: Constantius-Stein um 1100, Rhein. Landesmuseum Trier, aus St. Paulinus: F. HETTNER, Die römischen Steindenkmäler des Provinzialmuseums zu Trier mit Ausschluß der Neumagener Monumente. Trier 1893, 3 Nr. 3 (mit Nachbildung). Simeon-Elfenbein um 1100, Domschatz Trier, aus Simeonstift: Schatzkunst Trier (Treveris sacra. Kunst und Kultur in der Diözese Trier Bd. 3), Trier 1984, Nr. 64. Prümer Buchdeckel um 1100, Stadtbibliothek Trier: Schatzkunst Trier Nr. 70. Bantus-Weiheinschrift 1124, Bischöfliches Dom- und Diözesanmuseum Trier, aus Bantus-Kapelle im Dombezirk: R. FUCHS, Drei Weiheinschriften im Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseum, in: Neue Forschungen und Berichte zu Objekten des Bischöfli¬ chen Dom- und Diözesanmuseums Trier (Kataloge und Schriften des Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseums Trier Bd. 3), Trier 1994, S. 33-48, hier Abb. S. 35. Juliana-Relief im Dom zu Worms vor 1132: FUCHS (wie Anm. 3), Nr. 18, Abb. 7. Adalbert-Privileg an der Mainzer Domtür um 1137: Die Inschriften der Stadt Mainz von frühmittelalterlicher Zeit bis 1650, gesammelt u. bearbeitet von F. V. ARENS (Die Deutschen Inschriften Bd. 2), Stuttgart 1958, Nr. 10. 23 Zu Hilfe genommen werden konnte zusätzlich ein etwa drei Jahre altes eigenes Foto. 24 Erste Beobachtungen dazu in Die Deutschen Inschriften der Stadt Worms (wie Anm. 3), S. LVIIIf.; im Inschriftenband für die Stadt Trier hofft der Vf. mehr und besser systematisiertes Material vorlegen zu können. 58