Hans-Walter Herrmann Schlußwort Zweieinhalb Tage haben wir uns mit der Geschichte der alten Diözese Metz beschäf¬ tigt, eine Fülle von Informationen und Anregungen erhalten, Wertungen, Erklärun¬ gen und Interpretationen aus den unterschiedlichen Blickrichtungen französischer und deutscher Historiker gehört. Bevor wir auseinandergehen, sei mir der bescheide¬ ne Versuch einer Zusammenfassung gestattet. Für den Romanisten Max Pfister erwies sich die Diözese Metz zur Beantwortung der Frage nach Ausbildung von sprachlichen Besonderheiten als ungeeignetes Ob¬ jekt, da mitten durch die Diözese die deutsch-französische Sprachgrenze läuft. Die Entstehung der Grenzen der Metzer Diözese läßt sich nicht generell mit der für Innergallien üblichen Rückführung auf die Grenzen der Civitates erklären, allenfalls gegenüber Verdun und Toul, vielleicht streckenweise gegenüber Trier. Im Osten ist sie ein Ergebnis der Aufsiedlung des Waldlandes der Nordvogesen und des Pfälzer Waldes, wie Wolfgang Haubrichs in der Auswertung von Erkenntnissen der Sied¬ lungsgeschichte, der Patrozinienkunde und der Besitzgeschichte gezeigt hat. Die organisatorische Erschließung der Diözese im kirchlich-administrativen und poli¬ tisch-territorialen Sinne haben uns Franz Staab und Michel Parisse dargelegt. Staab beschrieb den Aufbau der geistlichen Verwaltung und die Wahrnehmung der kirchlichen Jurisdiktion in delegierter Form durch Archidiakone, deren aus dem Spätmittelalter und der Frühneuzeit bekannte Vierzahl schon im 12. Jh. vorhanden ist, wenn auch noch einige Jahrzehnte bis zur definitiven Abgrenzung der einzelnen Amtsbezirke (Archidiakonate) Metz, Vic, Marsal und Saarburg vergingen. Die Dotierung der Archidiakone mit Pfründen an dem Domstift und nicht an den Kolle- giatstiften der Titelorte der Archidiakonate zeigt deutliche Abweichungen zu den benachbarten Diözesen Speyer und Trier. Die Etappen der Entstehung eines weit über die Bistumsgrenzen reichenden welt¬ lichen Besitzes der Bischöfe und den trotz retardierender Momente unter den Bischöfen Johann von Apremont und Jakob von Lothringen seit dem späten 12. Jh. einsetzenden Niedergang schilderte uns Michel Parisse. Meine Aufgabe war es, in dem von Staab und Parisse vorgezeichneten Rahmen den aus unterschiedlichen Motiven entstandenen Kollegiatstiften einen Platz zuzuweisen und sie in die von Moraw vor einem runden Jahrzehnt entworfene Typologie einzuordnen. Dabei konn¬ te ich eine Reihe von Abweichungen in den speziellen Metzer Verhältnissen und Strukturen aufzeigen. Hans-Günther M a r s c h a 11 hat uns in einem abendlichen Lichtbildervortrag Reste des romanischen Kirchenbaus in der alten Metzer Diözese einschließlich der Bau- 304