Als 1681 die Krone Frankreichs das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken unter seine Hoheit gezogen hatte, wurde auch in Wiesbach sofort mit der Rekatholisierung begonnen. Die mittelalterliche Kirche wurde simultan genutzt5. Dies war auch der Fall in Großsteinhausen, Nünschweiler, Maßweiler, Contwig, Labach, Vogelbach, Breitenbach, Niederbexbach, Bierbach, Rubenheim, Walsheim, Böckweiler und vie¬ len andern Orten der Westpfalz. Nur dort, wo die evangelische Präsenz stark genug war, konnte kein Simultaneum eingeführt werden, etwa in Ernstweiler, Mimbach, Lambsborn und Limbach. In Limbach ist es versucht worden'’, die Bourbonenlilie am Türgewände der Kirchentür kündet noch davon. Außer in Vogelbach sind inzwischen die Simultaneen überall durch den Bau einer neuen Kirche abgelöst worden. Mit der Ausnahme von Nünschweiler haben seither überall die Protestanten die alte, die Katholiken die neue Kirche. Die Stellung der Evangelischen war in der Zeit der Reunionen sehr geschwächt. Nur in Ernstweiler und in Mimbach saßen noch reformierte Pfarrer, dann erst wurde Waldmohr wieder besetzt, ab 1698 Lambsborn und ab 1700 Limbach. Dorthin zog der Pfarrer von Ernstweiler um, weil er befürchtete, daß die Katholiken die Limba- cher Kirche okkupieren würden. Die Kirchenvisitation von 1663, die erste nach dem großen Krieg, erwähnt die refor¬ mierte Pfarrei Wiesbach nicht mehr. Gering sind die Bevölkerungszahlen: Wiesbach 3 Familien, Käshofen 13 Familien, Krähenberg 1 Familie. Nur Käshofen hat noch Presbyter. Man hatte die Pfarrkinder zur Visitation in die Wiesbacher Kirche bestellt. Hans Jakob Klein aus Krähenberg und sein Haus sind nicht erschienen. Sie entschul¬ digen sich, daß man allzeit zu Hause bleiben muß aus Furcht vor den Homburgischen Soldaten, „welche kommen sind und sie zu berauben pflegen“6. Ähnliche Bedrohun¬ gen der Bevölkerung hören wir auch in Vogelbach. Auch der Pfarrer von Waldmohr, der damals die Pfarreien Breitenbach. Lambsborn und Wiesbach mit zu versehen hatte, war schon angegriffen worden. Diese Homburgischen Soldaten waren französische Truppen der Festung Hombourg- La-Forteresse, die Vauban auf dem Gelände der früheren Hohenburg und des nas- sau-saarbrückischen Schlosses auf dem Homburger Schloßberg aus dem Boden stampfte, zeitweilige Hauptstadt der französischen Saarprovinz. Es waren für die Bevölkerung unruhige und rechtlose Zeiten. Auf diesem Boden geschah die Reka¬ tholisierung. Der Haß unter den Konfessionen, der bis in unsere Zeit reichte, hat hier seine Wurzeln. In Wiesbach war 1630 die mittelalterliche Kirche7 noch einmal reno¬ viert worden. 1663 wird sie als baufällig bezeichnet. 1684 wurde sie ausgebessert. 5 Bernhard H. Bonkhoff, Die Simultankirchen im Herzogtum Pfalz-Zweibrücken, in: Saar¬ pfalz Heft 3,1987, S. 27-33. 6 Bernhard H, Bonkhoff, Kirchengeschichte von Limbach, in: Bll. f. pfälz. Kirchengesch. 45, 1978, S. 5-30. 7 Bll. f. pfälz. Kirchengesch. 52,1985, S. 47. 270