den Besitz des Bitscher Landes bzw. der forestis zurückführen bis auf den zweiten Herzog aus matfridingischem Geschlecht, Herzog Gerhard (1048-1070), den Mitbe¬ gründer von Bouzonville151. Die Kirche der nördlich anschließenden Großpfarrei Walschbronn154, ebenfalls im Besitz der Lothringer Herzoge, weist das zweifellos monastisch geprägte Patrozinium des hl. Benedikt auf. Ich möchte auch dieses bei einer Laienkirche wohl überaus sel¬ tene Patrozinium in das 11. Jahrhundert setzen, und zwar in die Zeit, als die Herzoge von Lothringen enge Beziehungen zu der 1075 streng benediktinisch gegründeten Reformabtei Molesme entwickelten und ihr die Erbauung und Betreuung ihrer Kir¬ che zu Nancy übertrugen155. Zur Unterstützung erhielten die Mönche von Molesme Besitz eben in der herzoglichen Domäne Walschbronn (Galesburas)156. Natürlich ist auch ein Einfluß der von den Herzogen gegründeten Benediktinerabtei Bouzonville nicht ausgeschlossen. Unmittelbar westlich des Pfarrbezirks von Walschbronn hatte Herzog Theoderich II. (1070-1115) Teile der Domäne von Loutzwiller an der Schwalb an Bouzonville geschenkt157. Seine Söhne gaben 1117 die Kirche der villa hinzu158; sie trug das sicher- 153 Grenzbeschreibung der Herrschaft Bitsch 1139/76 bei Herrmann (wie Anm. 45), Bd. 1, S. 649: Hos terminos comes Gerardus moriens Teoderico fdio suo iure hereditario reliquit. [Qui Teoderijcus Teoderico fdio suo comiti Flandrie transmisit, idem Teodoricus comes Flandrie Simundo fratri suo duci Lotaringie predictos terminos dedit. . . 154 Der gewaltige Pfarrbezirk von W. umfaßte noch 1607 (neben einigen nicht eigens aufgeführ¬ ten Höfen) in Lothringen Bousseviller, Waldhouse, Hanviller (?), Liederschiedt, Dorst und Roppeviller, in der Pfalz Eppenbrunn, Hilst, Schweix, Simten (mit 1196 genanntem +Buchen- scheid und Rodalberhof), Riedelberg, Vinningen und Trulben, wo eine Filialkirche bestand. Man wird auch das 1610 zum Trulber Gericht gehörige Kröppen hinzurechnen müssen. Schon 1155 besitzt der sacerdos von Walschbronn Rechte über +Ransbrunn: vgl. Remling (wie Anm. 75), Bd. 1, Nr. 93. Auch Großsteinhausen (vgl. Anm. 101), wo vor 1257 die Abtei Hornbach Grund und Boden für die Stiftung einer capella bereitstellte, war (mit Botten¬ bach?) der ecclesia in Walsborn 1267 incorporata. Vgl. Remling, Nr. 301. 348; Dorvaux (wie Anm. 2), S. 663f., 680; Dellwing/Kubach (wie Anm. 76), S. 544ff.; Reichsland (wie Anm. 1), Sp. 1177f.; Kaiser (wie Anm. 5), S. 92f.; P.E. Glath, Le premier livre paroissi¬ al ... de Walschbronn, in: Cahiers Sarregueminois 6 (1968), S. 278f. Die Grundherrschaft Walsburn gehörte 1080/90 und 1170 zur Herrschaft Bitsch; 1196 gab Friedrich von Bitsch die Pfarrei an die Abtei Stürzelbronn, 1204 wurde sie inkorporiert; 1295 schenkte Herzog Fried¬ rich III. die Zehnten in W. an das Kloster. Vgl. Dorvaux, S. 663; Kaiser, S. 48-50. 155 Ch. Pfister, Histoire de Nancy, Bd. 1, Paris/Nancy 1902, S. 5f. 77ff.; J. Laurent (Hg.), Cartulaires de l’abbaye de Molesme, Bd. 2. Paris 1911, S. 73 Nr. 64. 156 Die Verschriftung Galesburas mit <g> für germ. [w] ist romanisch; anzusetzen ist *Walahes- bur(i) „Haus des Walah“ > *Walesbur > 1170 Walsburn, zum PN Walah. 157 Vgl. Duvernoy, Ducs de Lorraine (wie Anm. 148), Nr. 47.51; Ch.E. Perrin, Recherches sur la seigneurie rurale en Lorraine d’après les plus anciens censiers (IXe-XIIe siècles), Paris 1935, S. 478ff.; Die villa Luzwire gehörte 1139/76 zur Herrschaft Bitsch; erst 1205 verzichtete Friedrich von Bitsch auf die Vogtei und alle Rechte in L. zugunsten der Abtei Bouzonville (ebd. S. 483f. 7301). 158 Der Pfarrbezirk umfaßte Schweyen, Opperding, Ohrenthal, Olsberg, Rolbing und Breiden- bach, das Friedrich von Bitsch 1172 an die Zisterzienserabtei Neuburg bei Hagenau gegeben hatte. Da der Hof der Abtei Bouzonville auch über Güter in Eschwiller verfügte, das zum Pfarrbezirk Wolmünster gehörte, ist ein Herauswachsen der Pfarrei aus dieser parochia (Anm. 160) nicht unwahrscheinlich. 65