Unmittelbar nördlich jenes Einflußbezirkes, den zunächst Hornbach und später die Grafen von Zweibrücken dominierten, wird im Hochmittelalter ein Einflußbereich sichtbar, in dem vorwiegend die Grafen von Homburg Herrschaftsaufbau betrieben, der aber auch von Rechten der Grafen von Saarwerden - man denke an deren Grün¬ dung des Zisterzienserklosters Werschweiler der Grafen von Blieskastel und der Herren von Kirkel durchsetzt ist105. Wie H.-W. Herrmann und M. Parisse gezeigt haben106, sind alle diese Geschlechter auf eine lothringische Hochadelsfamilie des 10./11. Jahrhunderts, welche häufig die Grafschaften im Blies- und Saargau und den comitatus von Metz innehatten, zurückzuführen, die man nach einem häufig auftre¬ tenden Namen die Folmare nennen mag107. Dieser Familie, spätestens dem gemeinsamen Ahnherrn Gottfried III. von Blieskastel (1075-1098), gehörte auch der später aufgeteilte Bezirk des Vierherrenwaldes, in dem etwa Kirkel und Homburg lagen, und der nach hochmittelalterlichen Quellen Reichslehen war108. Nach Besitzlage und Rechtsqualität ließe er sich auf eine der im 10. und 11. Jahrhundert mehrfach aus dem Waldland des Vosagus herausgeschnitte¬ nen forestes zurückführen, nach Lage der Dinge wohl auf den Bezirk und die Perti¬ nenzen des ehemaligen, im 9. Jahrhundert genannten Königshofes Waldmohr109. Den Erwerb dieser forestis wird man nicht zu früh ansetzen dürfen, denn gerade im Bereich der Pfarreistruktur deutet manches, vor allem die Patrozinien St. Martin in 10? Herrmann (wie Anm. 86), S. 29ff. 106 Herrmann (wie Anm. 45), Bd. 1, S. 40ff. und Beilage 1; Ders., in: Geschichtliche Landes¬ kunde des Saarlandes, hg. v. H.W. Herrmann/K. Hoppstädter, Bd. 2, Saarbrücken 1977, S. 244ff. 266ff.; Ders. (wie Anm. 86), S. 27ff.; M. Parisse, La noblesse lorraine, 1976, S. 182ff.; W. Haubrichs, Gelenkte Siedlung des frühen Mittelalters im Seillegau. Zwei Urkunden des Metzer Klosters St. Arnulf und die lothringische Toponymie, in: ZGesch- Saarg. 30 (1982), S. 13f. Anm. 31 (Lit.). 107 Hornbacher Beziehungen der Familie scheinen in der Tatsache auf, daß die Schenkung König Arnulfs vor 888 an den nobilis vir Folcuin, der zur Familie gehörte, in den Orten St. Ingbert, Altheim, Medelsheim, Felsalben und im Rosselgau (?), später an Hornbach gelangte (MG DD Arnulf Nr. 33). "* Herrmann (wie Anm. 86), S. 31ff. 109 Vgl. o. S. 45. Zur Bewertung wäre auch der den ,Vierherrenwald’ tangierende bzw. in ihn hineinreichende Besitz der Metzer Kirche (und evtl, der Zweibrücker Grafen) mitzuberück¬ sichtigen. Jedoch zeichnet sich eine von Herrmann (wie Anm. 86), S. 37f. bereits deutlich gesehene, für das 11. Jahrhundert noch einheitliche und letzten Endes auf karolingisches Königsgut zurückgehende, dann an die Folmare gelangte Besitzstruktur im Raum zwischen Kirkel und Bruchmühlbach, Waldmohr und Ernstweiler ab, zu der auch Rechte an den Pfarr¬ kirchen von Kirkel-Volkerskirchen (Anm. 115), Waldmohr (Anm. 112), Niederbexbach, Bee¬ den (Anm. 111), Reiskirchen (Anm. 116), Ingweiler und Ernstweiler (Anm. 113) gehörten. Vgl. Haubrichs (wie Anm. 52), S. 41 f. 49ff. 55