ments de Tournai et d’Ath (12 points), à Malmédy (kwarmè) et vient de disparaître dans l’Ardenne liégeoise (Jud 259 N 63)“, Für die alte Diözese Metz von besonderem Interesse ist die Bezeichnung für Mariä Lichtmess, für den 40. Tag nach Weihnachten, im Französischen fête de la Purificati¬ on de Notre-Dame. Da an diesem Festtag die Kirche mit einer großen Anzahl von Kerzen erleuchtet wird, lautet die volkstümliche Bezeichnung festa candelarum „Chandeleuroder im Osten und Südosten auch ehandelouse/chandeleuse. Die Bezeichnung chandeleuse ist charakteristisch für die Erzdiözesen Besançon und Vien¬ ne und im Nordosten für das Wallonische. Nördlich an Besançon anschließend in den uns interessierenden Diözesen Toul und Metz finden wir keine Spur von chandeleuse, dafür aber chandelles: Altlothr, les chan- doiles (1254 - 15. jh, FestsGam 57), Nostre Dame des chandoiles (1285, FEW 2,179b), Moselle sàdœl pl., Meurthe M., Vosges sâdol, bress. chandêle, Jodoigne, Gemblouxö tsâdçl ,à la Chandeleur' Haust. „Aux chandelles se dit aussi dans le Brabant oriental (6 points), au nord de l’arrondissement de Namur (6 points) et dans l'arrondissement de Waremme (à Pellaines) (communie, de M. Haust)“ [Jud 238]. Auffallend ist auch die entsprechende pik. Form candeler ,Chandeleur'. Jud rechnet sie der zweiten Christianisierungswelle zu, die nach dem Frankeneinfall im 6. Jh. anzusetzen sei. Es handelt sich um eine lautgerechte Entwicklung von festa candela¬ rum im Gegensatz zu fr. Chandeleur, das wie zentral- und süditalienisch candeloru auf analogisch umgebildeten {festa) candelorum zurückgeht, entsprechend gesta Fran¬ corum, gesta paganorum. Die offizielle Form festa candelarum konnte sich nur in die¬ sen neu missionierten Gebieten Hennegau, Flandern, Wallonien und Pikardie durch¬ setzen, vgl. in Ergänzung zu Jud: altwallon. chandeler ,Chandeleur' (13. Jh., Cistercienserinnen-Regel, RF 10, 637); altpik. candeler (Hainaut, Flandre, 13.-15. Jh., Gdf; Roisin; Tournai 1236, DocLingHainaut 1,3B; 1272, RLR 41, 389), Mons can- delée f. Dl, rouchi id., hain. kâdle m., Nord këdle (p. 272). „Le type candele(r), chan- dele(r) couvre, d’après une communication de M. Haust, la zone picarde de la Belgi¬ que: arr.ts de Tournai, d’Ath, de Mons et de Joignies, y compris une bande des arr.ts de Nivelles et Charleroi (14 points)“ [Jud 269]. Nach diesem Rundgang vom Wallis ins Tessin, Friaul, Zentralladinische, Rätoroma¬ nische zur Pikardie, Wallonie und Lothringen lassen Sie mich schließen mit fünf zusammenfassenden Feststellungen: 1. Morfs These, welche die alte kirchliche Gliederung als konstitutiv ansieht für die Ausgliederung der Galloromania und der Romania, läßt sich in dieser Form nicht aufrecht erhalten. 23 Documents linguistiques de la Belgique Romane I, Hainaut, publiés par J. Monfrin avec le concours de L. Fossier, Paris 1984. 30