hinreichend erforscht. Nicht nur die territoriale Vielgliedrigkeit, um nicht von herr¬ schaftlicher bzw. politischer Zerstückelung zu reden, erschwert den forschenden Zugriff. Hinzu kommen mitunter „Sprachbarrieren“, vor allem aber Befangenheiten in der Zuerkennung von Zuständigkeiten. Gehört zum Beispiel Lothringen oder Lotharingien bzw. la Lotharingie oder la Lorraine in den Bereich deutscher For¬ schungszuständigkeit oder zum dominanten Arbeitsfeld französischer Gelehrter - und ggf. ab wann? Fragen dieser Art spiegeln nationale Sehweisen, national-staatli¬ che Aufgabenfelder und ähnliche Probleme thematischer Abgrenzung. Verstehbar und nachvollziehbar sind sie in manchen Teilen, und doch sind sie mindestens wissen¬ schaftlich unbefriedigend. Ganz absurd beispielsweise war eine wissenschaftspoliti¬ sche Grundentscheidung des 19. Jahrhunderts. Das verdienstvolle Editionsunterneh¬ men „Chroniken der deutschen Städte vom 14. bis ins 16. Jahrhundert“ konzentrierte sich nämlich vor allem auf die Reichsstädte, sparte jedoch die Freie Reichsstadt Metz aus, weil die Mehrzahl ihrer Chroniken in französischer Sprache verfaßt war. Mit die¬ ser kritikwürdigen Entscheidung hängt es weitgehend zusammen, daß Metzer Chro¬ niken längst nicht vollständig und wenn, dann nicht immer befriedigend, ediert sind. Andererseits ist die Orientierung wissenschaftlicher Unternehmungen an modernen Staats- und Verwaltungsbereichen durchaus verständlich; denkt man an die notwen¬ dige Forschungsfinanzierung, ist sie oft sogar vernünftig. Diese Gedanken sollen indes nicht weiter verfolgt werden, stattdessen darf betont werden, daß die gewählte Veranstaltungsform, das gemeinsame Engagement und vor allem auch die getroffene Themenverabredung während der Tagung als durchweg positiv empfunden wurden. Für alle Vorträge waren Diskussionsmöglichkeiten fest vorgesehen; sie sind intensiv genutzt worden. Mit der Publikation der Tagungsreferate erhoffen sich die Veranstalter, daß die wei¬ tere Erforschung der „alten Diözese Metz“ gefördert wird und neue Impulse erhält. Diese Zuversicht hegen der Verein für Pfälzische Kirchengeschichte und Religiöse Volkskunde, die Bistumsgruppe Speyer der Gesellschaft für mittelrheinische Kir¬ chengeschichte und die Kommission für Saarländische Landesgeschichte und Volks¬ forschung. Eine intensive Tagungsteilnahme von Gästen und Referenten aus dem benachbarten Lothringen zeigte bereits in Maria Rosenberg, wie fruchtbar ein viele Grenzen übergreifendes Thema ist, wenn es sowohl „interdisziplinär“ als auch in per¬ soneller Hinsicht „grenzübergreifend“ gestaltet werden kann. 12