sondern man beobachtete aufmerksam ihre Entwicklung, um durch Entlassungen eingreifen zu können, wenn es notwendig erschien.76 Damit blieben die freien Gewerkschaften auf die Handwerksberufe und das Bauge¬ werbe beschränkt. Ihr Zentrum waren die Saarstädte und in geringerem Maße Neunkirchen. Aber wie die Wahlergebnisse zeigten, blieb die sozialdemokratische Bewegung im preußischen Saargebiet weit hinter vergleichbaren Gebieten zurück. In katholischen Gebieten hatte sie es überall schwer. Die Unterdrückung durch Arbeitge¬ ber und Staat war an der Saar besonders ausgeprägt, sie gab es aber auch jenseits der preußischen Landesgrenzen. Einer Erklärung bedarf auch das günstige Wahlergebnis der Nationalliberalen, zu dem evangelische Arbeiter beigetragen haben müssen. Hier sind noch viele Fragen offen, und bis zur theoretischen Erklärung der Verhältnisse an der Saar vor dem 1. Weltkrieg bedarf es noch umfangreicher Forschungsarbeiten. Der 1. Weltkrieg brachte neue existentielle Erfahrungen für die Arbeiter von der Saar. Während die SPD und die freien Gewerkschaften im preußischen Saargebiet bisher auf die beweglicheren Arbeiterschichten beschränkt geblieben waren, gelang es ihnen jetzt auch die Berg- und Hüttenarbeiter zu überzeugen und zu gewinnen. 76 Bericht der Bergwerksdirektion Saarbrücken vom 24. November 1910, LHA Koblenz Best. 442 Nr. 3785. 56