die beiden bayerischen Bezirksämter Homburg und Zweibrücken.181 Im letzten Jahrzehnt vor Kriegsausbruch führten einige in Saarbrücken ansässige Verbände und Firmen sowie dort erscheinende Zeitschriften den geographischen Terminus „Süd¬ westdeutsch“ in ihrem Namen:182 - Südwestdeutsche Immobilien- und Handelsgesellschaft - Südwestdeutsche Stahlindustrie GmbH - Südwestdeutscher Verband zur Wahrung der Interessen der Betriebskrankenkas¬ sen - Südwestdeutscher Verkehrsverband183 - Südwestdeutsche Eisenbahn-Verkehrszeitung184 - Südwestdeutsche Industriezeitung185 - Südwestdeutschland - Amtliche Zeitschrift des Südwestdeutschen Verkehrsverban¬ des186 Nicht alle der in Saarbrücken ansässigen Einrichtungen und Verbände, deren Einzugsbereich über die preußischen Saarkreise hinausging, firmierten unter „Süd¬ westdeutsch“. Auch dafür einige Beispiele. Saarbrücken war Sitz der Kanzlei der Vereinigung der Südwestpreußischen Handelskammern.187 Die 1900 eingerichtete Handwerkskammer Saarbrücken war zuständig für den gesamten Regierungsbezirk Trier und das Fürstentum Birkenfeld.188 Denselben Einzugsbereich hatten der Bezirks¬ verein Saarbrücken des Deutschen Buchdruckervereins und der Zweigverband des Mosel-, Saar- und Nahetales im Zentralverband deutscher Bäckerinnungen sowie der Bezirksverband Saar-Mosel des Verbandes deutscher Färbereien und chemischer Waschanstalten. Der Zentralverband christlicher Bauhandwerker und Bauhilfsarbei¬ ter und der Verband der Bergarbeiter Deutschlands unterhielten in Saarbrücken für Pfalz, Saargebiet und Lothringen ein zuständiges Bezirksbüro. Der Mitgliederkreis des ebenfalls in Saarbrücken eingetragenen Saar-Mosel-Vereins zur Förderung des Klein¬ wohnungswesens reichte bis Metz, Trier und Birkenfeld. Dem Arbeitgeberverband für das Gipser-, Verputzer- und Stukkateurhandwerk gehörten die Leiter der Betriebe in 181 Die konstituierende Generalversammlung fand am 23. Juni 1885 stau (Hellwig, wie Anm. 17 S. 60 ff.), Sitz war Saarbrücken, ein Organisationsplan von 1891 im LA Saarbrük- ken Best. Landratsamt Saarbrücken Nr. 491. Gleichzeitig bemühten sich die Firmen der Glas- und Keramikindustrie, die Genehmigung für eine besondere Berufsgenossenschaft der Süd¬ westdeutschen Glas- und Porzellanindustrie zu erhalten. In der deutschen Glasindustrie war die Stellung der Saarwerke stark genug, um den Plan durchzusetzen, er scheiterte daran, daß das gleiche nicht in der Keramikindustrie gelang (Hellwig, a. a. O.). 182 Vgl. dazu Adreßbuch Saarbrücken 1911, S. 37, 46, 469, 875. 183 Seine Gründung entsprang einer Anregung des Verkehrsvereins Saarbrücken, die Gründungs¬ versammlung fand am 12. April 1913 in Saarbrücken statt, der Mitgliederkreis reichte bis nach Saargemünd, Baumholder und in die Westpfalz. 184 Druck Sc Verlag Gebr. Neher, Saarbrücken (Adreßbuch 1911 S. 46). 185 „Südwestdeutsche Industriezeitung. Zeitschrift und Anzeiger für die Berg-, Hütten-, Metall- und Maschinenindustrie“, Verlag C. H. Scheur, Saarbrücken (Adreßbuch 1911 S. 46. 186 „Südwestdeutschland. Amtliche Zeitschrift des Südwestdeutschen Verkehrs-Verbandes Saar, Blies und Nahe und des Verkehrsvereins Saarbrücken« Nr. 1 Juli 1913, Verlagsort Saarbrük- ken. 187 Adreßbuch 1911, S. 38. 188 Gesetz betr. die Abänderung der Gewerbeordnung vom 26. 7. 1897 § 103 Errichtung von Handwerkskammern (RGBl. 1897 S. 685 f.). 38