bergmännischer Vereine,47 vor allem aber die Aufarbeitung der Geschichte zweier Bergwerke48 beigesteuert. Dazu kommen Darstellungen über einzelne Bergwerke aus anderer Feder.49 Es ist bekannt, daß der preußische und auch der bayerische Staat Eigentümer der Steinkohlengruben im Saarrevier waren und daß sie konsequent die Beteiligung von privaten Unternehmen an der Kohleförderung im Saarrevier ablehnten. Nur am westlichen und östlichen Rande gab es die Privatgruben Hostenbach50 und Franken¬ holz.51 Um so mehr war die Saarwirtschaft vom Fiskus abhängig. Seine Förder- und Absatzpolitik wird unterschiedlich beurteilt. Fritz Hellwig spricht zwar die Nöte der saarländischen Hütten an, sieht aber in der Einschränkung der Kohleförderung und in der Bevorzugung des Absatzes außerhalb des Reviers ein Mittel, die Industrialisierung der Saargegend vor einem zu raschen Tempo zu bewahren und den eigenen Betrieb sich organisch entwickeln zu lassen, wodurch die saarländische Industrielandschaft von all den ungesunden und unsozialen Begleiterscheinungen anderer Industriegebiete freigehalten worden sei.52 Andere, wie Wilhelm Born53 und neuerdings wieder Rolf Latz,54 betonen mehr die schädliche Auswirkung dieser Politik auf die heimische Eisenindustrie, deren Vertreter immer wieder bei dem preußischen Handelsministe¬ rium gegen die ihrer Ansicht nach unzureichenden Fördermengen der staatlichen Gruben und gegen das Preisdiktat der Bergwerksdirektion, das sich aus ihrer Monopolstellung ergab, vorstellig wurden. Der Erwerb von Beteiligungen an Kohlen¬ gruben im Aachener und im rheinisch-westfälischen Revier brachte keine durchgrei¬ fende Änderung, zumal ja der Einsatz der dortigen Kohlen in den Saarhütten hohe Transportkosten verursachte. 47 Klein, Emst, Die Gründung der bergmännischen Konsumvereine an der Saar (1867-1869), in: Der Anschnitt 30, 1978 S. 20-31, Mallmann, Klaus-Michael, „Saufkasinos“ und Kon¬ sumvereine. Zur Genossenschaftsbewegung der Saarbergleute 1890-1894, in: Der Anschnitt 32, 1980 S. 89-92; Thomes, Paul, Die Kooperation zwischen der Bergwerksdirek¬ tion Saarbrücken und den öffentlichen bzw. genossenschaftlichen Spar- und Darlehenskassen im Arbeitereinzugsgebiet des Steinkohlenreviers an der Saar (1883-1914), in: ZGSaargegend 32, 1984 S. 50-63. 48 Klein, Ernst, Geschichte der saarländischen Steinkohlengrube Sulzbach-Altenwald (1841-1932), Saarbrücken 1987 (Veröffentlichungen der Kommission für Saarländische Landesgeschichte und Volksforschung 16); Eschner-Becker, Stienke, Die Grube Dudweiler und die Berginspektion IV (1816-1919). Ein Beitrag zur Geschichte des preußischen Staats¬ bergbaues an der Saar, phil. Diss., Saarbrücken 1988. 49 100 Jahre Grube Camphausen 1871-1971, Camphausen (1971) hrsg. vom Festausschuß; Groß, Werner, Geschichte der Grube Camphausen, in: Saarbrücker Bergmannskalender 1972 S. 50-61; 250 Jahre Bergbau im Grubenfeld Ensdorf, hrsg. von Saarbergwerke Aktiengesell¬ schaft, Saarbrücken 1980; Serwe, Hans-Jürgen, Die Grubeninspektion III Von der Heydt im Direktionsbezirk Saarbrücken Teil 1, in: Saarbrücker Hefte 51, 1980 S. 5-52. 50 Stilz, Margot, Kohlefördern im Wadgasser Land. Eine Sozialgeschichte des Hostenbacher Bergbaus, in: Gemeinde Wadgassen ’77; Schöpferisches Wirken im Bisttal hrsg. vom Bürger¬ meister der Gde. Wadgassen (Dillingen 1977). 51 Die Frankenholzer Bergwerksgesellschaft wurde von Advokat August Ferdinand Culmann gegründet, 1840 die Schürfrechte erworben und 1879 der erste Schacht abgeteuft, abgebaut wurden Gas- und Flammkohle, i. J. 1911 waren hier 2 092 Arbeiter und „Beamte“ beschäftigt (Adreßbuch Westpfalz (wie Anm. 18) 1911, S. 59-64. 52 Wie Anm. 17 S. 20 f. 53 Born, Wilhelm, Die wirtschaftliche Entwicklung der Saargroßeisenindustrie seit der Mitte des 19. Jhs., Dissertation Tübingen 1914, Druck Berlin 1919, S. 37-41. 54 Latz, RolfE., Die saarländische Schwerindustrie und ihre Nachbargebiete (1878-1938). Technische Entwicklung, wirtschaftliche und soziale Bedeutung, Saarbrücken 1985. 18