ter Vergleich des Lautstandes und der Lexik der PTM-Versionen (b), (d) und (h) wurde bereits unternommen (HAUBRICHS 2002 und 2007a). Er hat erge¬ ben. dass der Entstehungsort der sogenannten Berleburger Fassung mit guten Gründen im lothringisch-saarländischen Raum gesucht werden kann. Gestützt wird dieses erste, vielversprechende Ergebnis durch die besitzgeschichtliche Rückführung der Berleburger Handschrift auf Margarethe von Rodemachern, die Tochter Elisabeths von Nassau-Saarbrücken.527 Eine ausführlichere lingu¬ istische Analyse der PTM-Fassungen wird derzeit vorgenommen. Sie fußt auf einer synoptischen Edition der drei erhaltenen deutschen Versionen der Pil¬ gerfahrt des träumenden Mönchs (Hss. Berleburg, Darmstadt, Hamburg) durch W. Haubrichs (in Vorbereitung). Es zeichnet sich jetzt bereits deutlich ab. dass neben dem Lautstand gerade der Wortschatz von PTM geeignet ist, die Lokalisierung der Berleburger Handschrift zu ermöglichen. Denn schon die 2002 bzw. 2007 veröffentlichten ersten Untersuchungsergebnisse demonstrieren, dass in den PTM-Versionen auffällig viel Wortmaterial enthalten ist, das eine regionale Beschränkung der Verbreitung zeigt und aufgrund wortgeographischer Kriterien teils als eher nördlich, teils als eher südlich orientiert zu analysieren ist. Als typisches Bei¬ spiel für eine ,Nordform' sei suster .Schwester' genannt, das auch bei Elisa¬ beth von Nassau-Saarbrücken und ihrer Tochter Margarethe vorkommt. Stell¬ vertretend für die ,Südwörter' in PTM sei auf das hier besprochene Hofer .Buckel, Höcker' hingewiesen, das ebenfalls, wie schon oben erwähnt, auch von Elisabeth benutzt wird. Das gemeinsame Vorkommen von für den Saar- Mosel-Raum spezifischen ,Nordwörtern' und ,Südwörtern' in diesem Werk sowie der ganz spezielle Lautstand lassen an die Entstehung in diesem wort¬ geographischen und sprachlichen Übergangsgebiet denken, zumal dazu noch eminent regionalspezifischer Wortschatz tritt. Die Untersuchung von literari¬ schem Wortmaterial mit wortgeographischen Methoden kann so einen ent¬ scheidenden Beitrag zur Lokalisierung eines anonym überlieferten Werkes leisten, wie hier am Beispiel des Wortes Hofer gezeigt werden konnte. 2 Vgl. dazu Eberhard Freiherr Schenk zu Schweinsberg: Margarete von Rode- machem, eine deutsche Bücherfreundin in Lothringen, in: Hermann Blumenthal (Hg.): Aus der Geschichte der Landesbibliothek zu Weimar und ihrer Sammlungen. Festschrift zur Feier ihres 250jährigen Bestehens und zur 175jährigen Wiederkehr ihres Einzuges ins grüne Schloss (Zeitschrift des Vereins für Thüringische Ge¬ schichte und Altertumskunde, Beiheft 23), Jena 1941, 117-152. 438