p, t und k ist im Gesamtfränkischen weitgehend unterblieben. Westgermani¬ sches d, das im gesamten Oberdeutschen und Ostmitteldeutschen zu t wurde, ist im Westmitteldeutschen unverschoben erhalten; im Rheinfränkischen er¬ scheint zuweilen t neben ¿/(vgl. bindern und hintan). 6.1.2. /ft/ > /xt/ am Mittelrhein - Schwund des /x/ {Maria Völlono) Wolfgang Kleiber hat gezeigt, dass sich gerade sogenannte ,Nordwörter‘ nach Süden bis in das oberrheinische Dialektgebiet außerhalb des Untersu¬ chungsraums ausdehnen können.4(0 In dieser Perspektive ist das Lemma Gracht, Grächt, Grät f. ,Graben, Schlucht; (tiefer) Wasserriss in Gelände4 zu sehen, das mit niederländisch Gracht f. ,Grube; Wassergraben4 verwandt ist vgl. mnl. graft, f., auch gracht f. ,Grube; Graben, Wassergraben; Kanal; Stadtgraben4 (MNLWB 2, 228) - und eine Lautvariante zu mhd. graft f. dar¬ stellt.4<><’ Im Saar-Mosel-Raum zeigt das Wort einen Verbreitungsschwerpunkt an Obermosel, unterer Saar und Nied - in Reliktlage entlang der germani- schen-romanischen Sprachgrenze - und findet sich bis an die Vogesen und damit bis an die Grenze des alemannisch-elsässischen Dialektraumes (vgl. Namenartikel Nr. 12). Das Namenwort ist im Oberdeutschen sehr selten:407 Appellativische Belege im Eisass408 weisen auf die Präsenz dieses Wortes noch am Oberrhein, wobei das Wort dort nicht in der ,fränkischen4 Lautgestalt wie im Saar-Mosel-Raum belegt ist (s. u.). Die niederländischen Mundarten - ohne die Küstenmundarten - kennen den Lautwandel /ft/ zu /xt/, der auch in der niederländischen Hochsprache, in den Mundarten des niederdeutschen Raumes und im mittelfränkischen Dia¬ lektraum nachweisbar ist, vgl. z. B. achter (= after ,hinter), hacht (= haß), gracht (= graft ,Graben4), kracht (= kraft), nichtel (= mhd. niftel ,Nichte4), stiebten (= stiften), lucht (= luft).* 469 470 In der neuhochdeutschen Schriftsprache zeigt sich der Lautwandel (durch Entlehnung) in echt (ehaft), Nichte, Gerücht (gerüefte), berüchtigt, ruch(t)bar, sachte ,sanft4, Schacht, beschwichtigen, sichten (engl, sift, zu Sieb).4 70 ln den rheinischen Mundarten ist der Lautwan¬ del /ft/ > /xt/ allgemein eingetreten. Dieser Lautwandel, der früher bis nach 405 Kleiber 1986a; 1989; 1995. 466 Christmann 1938, 26; Dittmaier 90f. und Karte 18. 4(’ Buck 1931, 88 mit einem pauschalen Hinweis. 468 WMU 1, 756; HistWbEls 88. 464 Schützeichel 1955; Kurt Wagner: Der westmitteldeutsche Dialekt, in: Richard Laufner (Hg.): Festgabe für Wolfgang Jungandreas zum 70. Geburtstag am 9. De¬ zember 1964 (Schriftenreihe zur trierischen Landesgeschichte und Volkskunde; 13), Trier 1964, 123-126; Klein 2000 (mit weiterer Literatur). 470 MhdGr § E 39. 397