Das RheinWb 3, 176 belegt das Maskulinum Hamm mit den folgenden Be¬ deutungen: ,inselartiges eingeschlossenes Terrain; durch Uferbefestigung ge¬ schütztes Terrain; Bucht im Flusse, äußerer größerer Bogen einer Flusskrüm¬ mung; .Bergabhang mit Weinbergen (an der Mosel)4. Das appellativisch nicht mehr übliche Wort bedeutet im Südniederfränkischen und Kleverländischen .inselartiges eingeschlossenes Terrain; Bucht in Flüssen4. Mit Hamm gebilde¬ te Ortsnamen sind auch im Rheinland seit alter Zeit bezeugt, vgl. Hamm an der Prüm 1052 Ham, Hamm an der Sieg 1131 Hamme (GYSSELING 444). His¬ torische Flurnamen für das Rheinland nennt DlTTMAlER 100, vgl. z. B. 1216 in Hamm (Moselweiß, Stadt Koblenz), 1323 in hammone (Worringen, Stadt Köln). An der Mosel ist der Flurname Hamm (bei Zell an der Mosel) ca. 1200 als habitantes circa rivum moselle quod Ham dicitur belegt (Jungandreas 1962, 484), an Obermosel und unterer Saar bezeichnet Hamm m. das .Binnen¬ land einer Flußschleife4 (CONRATH 91). Ramge 1979, 25 nennt für die Gegend um Worms zahlreiche Toponyme auf hamm, die die Bedeutung .Außenbogen von Flusskrümmungen4 an¬ nehmen. Solche Namen sind am Mittelrhein stark verbreitet: „Dem entspricht die Lage des Ortes an einer scharfen Rheinbiegung44, heißt es in einem solchen Falle (ebd., 26). ln zusammengesetzten Flurnamen ist das Lemma auch belegt, vgl. z. B. 1763 im Hammacker (Mölsheim, Lkr. Alzey-Worms): Der Ort liegt an der Biegung eines Bächleins (ebd., 141). Das SHessWB 3, 74 belegt Hamm m. .Flussbiegung4 in Ortsnamen (im Lkr. Alzey-Worms: 782 in Hammo, 789 in Hamme) und Flurnamen: in rezen¬ ten Flurnamen scheint ebenfalls die Lage an (gekrümmten) Wasserläufen na¬ mengebend gewesen zu sein. Oft bleiben die Benennungsmotive der einzelnen Flurnamen dunkel: Bedeutungen wie .eingehegtes, durch Gräben eingefrie¬ detes Geländestück4, .Fluss- oder Bachbiegung (bzw. in Hanglage)4 können auf jeden Fall in Frage kommen (SHessFln 542). Das LuxWb 2, 107 meldet als Appellativ Hamm m. .Gemarkung innerhalb einer großen Flussschleife4, mit Hinweisen auf Flurnamen und auf den Ortsnamen Hamm. KEHREIN 1872, 431 meldet die folgenden Namen: Aufm, im Hamm, Ham, wobei er an nd. Ham m. ,Zaun, mit einem Graben umgebene Wiese, ein sumpfiger Boden4 anknüpfen will. DtLothrWb 226 hat freilich nur Ham f. .Schinken4. Im Eisass, in Dürrenzen (Arr. Colmar), in Niederrödern und in Betschdorf (Arr. Wissem¬ bourg / Weißenburg) wie auch in der Straßburger Mundart bedeutet Ham m. .Abhang, Böschung am Strassengraben, an einem Hohlweg oder an einer Grube; Flussufer; meist mit Gras bewachsen4; im oberelsässischen Dürrenzen (Arr. Colmar) ist das Wort als Neutrum belegt. Im Allgemeinen wird Ham hier jedoch in der Pluralform Hamen verwendet; als adjektivische Bildung ist hämmig ,bis zum Uferrand reichend" in der Straßburger Mundart nachweisbar (ElsWb 1, 334). Für das Badische (BadWb 2, 544) ist Hamm m. .Abhang4 und .(steiles) Ufer4 belegt. SchwäbWb 3, 1088f. meldet Hamen m. .Hinter¬ 126