1486/87 or. dt. hamme (LHA Ko 54, 1233). Otzenhausen (SW): o Im Hamm aufs Ellerbruch [im "harn]. Im Hamm auf Hammerwiesen [di: enufta ham], Im Hamm auf Hammerwiesen [an do 'hamn'vizo]. Im Hamm mittelste Gewann [ham 'medoljdo go'van], Im Hamm ober Dreispitz [da 'enuj'to ham], Im Hamm aufs Pfaffenbruch, Im Hammereck an der Braunshauser Grenze, Im kleinen Hamm [da "klasrna "ham], Petit-Tenquin / Klein-Tännchen (Gt): 1790 or. frz. sur le ham des bruyeres (AD Mos E depot 541 1 G 1). Pontpierre / Stein¬ biedersdorf (Fa): 1667 kop. 1683 dt. in hammen oben der waschen / harnen (AD Mos E depot 553 DD 2). Remilly / Remelach (Pa): o Au sentier de ham. Rilchingen-Hanweiler (SB): o Auf dem untersten Hamm ['undejda ham], Auf dem mittelsten Hamm ['midljda ham], Auf dem obersten Hamm. Rurange-les- Thionville (Mv): 1632 or. frz. vignobles de ham (AD Mos H 1853). Sarralbe / Saaralben (Sa): 1739/41 dt. hamm (TüUBA Saaralben I, 135f.), o Hamm ['hom], Sentzich (Ca): o Uber-ham. Waldweistroff (Si): 1694 or. frz. (ham) am hör garten de dessus le moullin (AD Mos 4 E 596). Wemmetsweiler (Ot): o Hamrich ['ha:mrij], Hammer ich. (Vgl. Abb. 18) B. Die Etymologie des dialektal verbreiteten Wortes Hamm ist nicht endgültig geklärt. Nach Scheuermann 1969, 100 ist Hamm ein ursprüngliches Zaunwort. DlTTMAIER 100 lehnt eine Herleitung des Wortes Hamm m. ,Fluss¬ krümmung1 aus ahd. hamma f. ,Kniekehle, Hinterschenkel“ (EWA 4, 798- 800) ab. ln Anlehnung an Henning Kaufmann12 denkt er an Urverwandt¬ schaft mit Hafen, in der Bedeutung ,Krümmung1 und geht von einem germa¬ nischen Stamm *hamna- < urgerm. *yabna- aus, der auch nd. Haven Mee¬ resbucht1 zugrunde liegen dürfte. STROH 1936, 13 geht von der Grundbedeu¬ tung ,Winkel1, dann ,winkelförmiges Gelände an Flüssen4 aus (vgl. auch Förstemann 1, 1215; Jellinghaus 75), und bringt es gerade in Verbindung mit ahd. hamma ,Kniekehle, Hinterschenkel4. Mnd. ham und afries. hem st. m. ,ein durch Gräben eingefriedetes Grundstück4 dagegen wären nach FÖRSTEMANN 1, 1215 aufgrund anderer Etymologie separat zu betrachten. Laur 1992, 305, der den schleswig-holsteinischen Ortsnamen eine eingehen¬ de Studie gewidmet hat, geht von einer Wurzel und einem Stamm aus, der et¬ was Gekrümmtes bezeichnet, und vergleicht den schleswig-holsteinischen Ortsnamen Hamme mit asächs. hamm m. (HOLTHAUSEN 1954, 30), afries. hämm m. ,eingefriedetes Land4, hamme f. ,eingehegter Raum4 (HOLTHAUSEN 1925, 39),'~s mnd. ham, hamme, nnd. Hamm, Hamme ,Winkel, Bucht, Wiese4, l~ Henning Kaufmann: Westdeutsche Ortsnamen mit unterscheidenden Zusätzen. Mit Einschluß der Ortsnamen des westlich angrenzenden germanischen Sprachgebietes, Heidelberg 1958, 125f. 128 Das Wort, noch jetzt in Friesland überall üblich, erscheint vielfach in Ortsnamen (Lerchner 1965, 95). 122