HdWb 14 t; Holthausen 1925, 25; Ders. 1974, 101; Lehmann 108; OFED 105; Orel 92; De Vries 1961, 117). In den westgermanischen Einzelsprachen wird germ. *fanja- mit Umlaut und mit Gemination des n vor j fortgesetzt (AhdGr § 96; SlMMLER 1974, 73). In anord.fen, einer nordgermanischen Form also, wurde nur der Umlaut wirk¬ sam, in got. fani (ostgermanisch) - wie zu erwarten - weder die Gemination noch der /-Umlaut. Alte toponymische Zeugnisse für Fenn finden sich in Flandern, in den Nie¬ derlanden (die Überlieferung setzt im 12. Jahrhundert ein) sowie in Nordwest¬ deutschland vom Emsland bis in den Raum Bonn:48 (1) Viller, Gde. Goch (Kr. Kleve): 751/52 kop. ca. 1222 Finnelar, 1189 or. Uillar; (2) f Fenaccra im Raum Astene (B, Prov. Ostflandern, Arr. Gent): 856 kop. 941 Fenaccra; (3) tHadunveni bei Lingen (Lkr. Emsland): 9. Jh. Hadunveni; (4) Vinn, Gde. Moers (Kr. Wesel): 10. Jh. or. Fenni; (5) Vinnbusch, Gde. Moers (Kr. Wesel): 10. Jh. or. in Fenniloa; (6) Andervenne (Lkr. Emsland): 1000 Anderveni; (7) Vehn (Hof), Gde. Sinzig (Lkr. Ahrweiler): 1019 Vene. C. ln Schleswig-Holstein hat das feminine Appellativ Fenn die sehr spezielle Bedeutung ,durch breite Gräben eingefriedigtes Landstück in der Marsch, ent¬ sprechend der Koppel auf der Geest und dem Kroog in Ditmarschen und Süd- schleswigL An der schleswigschen Westküste dient es oft, analog zum hol¬ steinischen -koppel, als Grundwort zur Bildung von Flurnamen (FALKSON 2, 2000, 498; SchleswHWb 2, 54fi). Sonst hat Fenn im Niederdeutschen die allgemeinere Bedeutung ,mit Gras oder Röhricht bewachsenes Sumpf-, Moor¬ land, sumpfiges Weideland4 und, mit vorangestelltem Moor, auch ,Moorwei¬ de, Torfmoor4. In dieser Bedeutung kommt Fenn als Neutrum und Femininum im appellativischen Wortschatz und auch in Flurnamen vor (MndHdWb 1, 695L; NsächsWb 4, 151; Scheuermann 1995, 1 18). Darüber hinaus gibt es in den Mundarten kein appellativisches Vorkommen von Fenn. Als fachsprachliches Wort ist Fenn jedoch auch über das Nieder¬ deutsche hinaus bekannt. Im Rheinland wird das Wort meist auf das Sumpf- und Heidegebiet im nordwestlichen Teil der Eifel (Hohes Venn) bezogen (RheinWb 2, 383). Als Namenwort ist Fenn n. aber auch sonst in rheinischen Flurnamen vertreten. Im 98 Zusammenstellungen des toponymischen Vorkommens von Fenn bei Blök 1969, 45f.; Förstemann II, 1, 847-849; Gysseling 352f., 1012 und 1016; Haubrichs 2006, 19; Jellinghaus 66; Jungandreas 1962, 372; Künzel/Blok/Verhoeff 486 (Register); Leithaeuser 1901, 132f.; Moerman 1956, 244f.; Udolph 1994, 300- 317 (hier auch die englischen und die vereinzelten skandinavischen Belege). 98