mindest in den ersten Jahren existierten noch weitere Ortsverbände34, doch Details über diese Gruppen bleiben dürftig: Der Stuttgarter Verein bestand weiter unter Leitung des Obermedizinalrats Dr. Kremer35 *, Johannes leitete auch noch drei Jahre nach dem Plebiszit die bayerische Landesgruppeund in Hamburg, Koblenz, Magde¬ burg, Mannheim sowie im Rheinland3 lassen sich ebenfalls Aktivitäten nach weisen. Die vermutlich älteste Ortsgruppe dürfte der 1921 gegründete „Saar-Pfalz-Verein“ Bottrop gewesen sein, dessen Auflösung erst 1968 erfolgte38. Der „Saarverein Berlin“ spielte erneut eine Sonderrolle, da er zwar im Frühjahr 1935 gegen die Auflösung und Abwicklung votierte, sich aber zum Jahresende vom „Bund der Saar- und Pfalz-Vereine“ trennte und unter Führung eines dreiköpfigen Vor¬ standes noch bis in den Krieg hinein existierte39. Als im Zuge der Räumung der „roten Zone“ zahlreiche Saarländer im Herbst 1939 in die Mainmetropole evakuiert wurden40, unterstützte der Frankfurter Saarverein - noch immer unter der Führung des „Landesgruppenleiters für Hessen und Hessen-Nassau“ Anschütz - die Betreu¬ ungsarbeit von Partei- und Amtsstellen. Beispielsweise fand am 9. Dezember im großen Saal des städtischen Saalbaus ein Saarländer-Abend statt, den die Ortsgruppe gemeinsam mit der DAF-Untergliederung „Kraft durch Freude“ aufgezogen hatte41. Welchen Stellenwert die seinerzeit einzige Heimatschutzorganisation für die „Deut¬ scherhaltung“ des Saargebiets in der öffentlichen Wahrnehmung noch hatte, zeigte sich schon wenige Jahre nach dem Referendum: Bereits 1938 wurde darauf verzich¬ 34 Vgl. hierzu die Berichte den Jahrgängen 1 (1935/36) bis 4 (1938/39) von „Unsere Heimat. Blätter für saarländisch-pfälzisches Volkstum. Zwei Jahre nach der Abstimmung gab es demnach noch 60 Ortsgruppen: Vgl. Unsere Heimat 3 (1937/38) 3, S. 97. 35 Mitteilung des StA Stuttgart (07.01.2002). 36 Vgl. den Schriftverkehr in: BayHStA, StK 6101. Vgl. Brief der Ortsgruppe Hamburg an die AO der NSDAP (06.03.36), in: PA AA, II a Saargebiet. R 75.497. Die benachbarte Ortsgruppe Altona sperrte sich gegen die Union mit den Pfälzern: Vgl. Brief der Ortsgruppe Altona an die GSV (07.05.35), in: BA-R 8014/190; Rundschreiben der Landesgruppe Westmark an die Kreisobleute (15.03.35), in: LHA Koblenz, 661,11 /7.; „Der Mitteldeutsche“ Nr. 306 (07.11.39); „Neue Mannheimer Zeitung“ Nr. 21 (14.01.36); „Neue Mannheimer Zeitung“ Nr. 25 (17.01.38); „National-Zeitung Essen“ (19.11.35). 38 Vgl. „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (16.10.68) sowie Mitteilung des StA Bottrop (28.01.2002). 39 Der neue Vorstand gruppierte sich um Dr. Paul Alff, Emil Ruttmann als Schriftführer sowie den Kassenwart Albert Wolter; Vgl Protokoll der Mitgliederversammlung vom 09.05.35 (10.05.35), in: LA Berlin, Rep. 042/26.420. Wie Alff Anfang 1938 mitteilte, hatte der Verein seit längerem keine Ver¬ sammlung mehr abgehalten, und es bestand bereits zum damaligen Zeitpunkt die Absicht, die Auflö¬ sung des Vereins vorzunehmen: Vgl. Brief des Polizeipräsidenten in Berlin an das Amtsgericht Berlin (18.01.35), in: Ebd. Der Schriftwechsel zur Auflösung der Ortsgruppe zieht sich allerdings noch bis 1942 hin. Zehn Jahre nach Kriegsende informierte das Amtsgericht Charlottenburg den Polizeiprä¬ sidenten in Tempelhof (28,02.55), daß der „Bund der Saarvereine Ortsgruppe Berlin“ noch immer im Vereinsregister eingetragen sei. Die Löschung erfolgte schließlich am 10.03.55: Vgl. ebd. 40 Während des Krieges betätigte sich der Bund propagandistisch für die Germanisierung oder - anders ausgedrückt - die „Förderung des deutschen Kulturschaffens in Lothringen.“: Vgl. „Westdeutsche Chronik“ April 1942. 41 Vgl. hier den Schriftwechsel im StA Frankfurt, 2478; „Neueste Zeitung Frankfurt am Main“ (14.12.39); „NSZ Rheinfront“ (28.02.40). 412