unterzuordnen, verhinderte die von Vogel angestrebte Homogenität, und die immer wieder hochkochenden Konflikte führten auf beiden Seiten zu einem Verlust der Effektivität. * * * Ortsgruppen außerhalb der Reichsgrenzen In Beuthen gründete sich Anfang September 1922 eine „Oberschlesische Landes¬ gruppe“, die ihre seit zweieinhalb Jahren stattfindenden monatlichen Zusammenkünf¬ te in Beuthen, Hindenburg, Gleiwitz sowie in dem an Polen gefallenen Königshütte aufgrund der französischen Besetzung Oberschlesiens nur im geheimen abhalten konnte. Den Vorsitz hatte der Hindenburger Chefchemiker Schlegel inne. Trotz der Wahl von Vertrauensleuten zur Gründung neuer Ortsgruppen in Oberschlesien schlief die Gruppe schon Ende 1923 wieder ein220. Erfolgreicher als die gescheiterten Versuche auf den Philippinen221 und in Brasilien222 in den Zwanzigern verlief die Gründung eines argentinischen Saarvereins, der Mitte April 1932 in Buenos Aires aus der Taufe gehoben wurde223. Charakteristisch für deutsche Saargruppen im Ausland war die besondere Pflege des heimatlichen Brauchtums, weshalb die Schilderungen der Weihnachtsfeiern in Südamerika fast identisch mit den Berichten reichsdeutscher Ortsgruppen sind. Der argentinische Verein, der es immerhin auf zweistellige Mitgliederzahlen brachte, kann als ambitio¬ niert bezeichnet werden. Eines der zentralen Anliegen des Bundes der Saarvereine war neben der Sensibilisie¬ rung der reichsdeutschen Bevölkerung für saarspezifische Belange die Beeinflussung der öffentlichen Meinung im Ausland. Obschon die Vereinigten Staaten nicht dem Völkerbund beitraten und hierdurch keinen unmittelbaren Einfluß auf eine vorzeitige Änderung des Saarstatuts nehmen konnten, besaß die Stimme der USA als bedeu¬ tendsten Gläubigerstaates nach dem Ersten Weltkrieg kaum zu überschätzendes Gewicht. Folglich versuchte die Geschäftsstelle „Saar-Verein“ bereits Anfang der zwanziger Jahre, auch auf dem nordamerikanischen Kontinent Fuß zu fassen224. 220 Ungeachtet dessen tauchte sie in späteren Verzeichnisse des Bundes auf: Siehe S. 83. Zur Gruppe vgl. SF 3 (1922) 20, S. 307; SF 4 (1923) 2, S. 21. Nachdem ähnliche Versuche des „Reichsverbands der Rheinländer“ 1922 behindert worden waren, erfolgte im Frühjahr 1929 in Breslau die Wieder- griindung einer „Schlesischen Gruppe“, die allerdings erst zu Jahresende 1933 größere Aktivität entfaltete: Vgl. SF 10 (1929) 7, S. 136; Schriftverkehr mit Ortsgruppe Breslau, in: BA-R 8014/276. 221 In Manila sollte ein Malermeister eine Saargruppe gründen: Vgl. Brief der GSV an Kraut (25.07.28), in: BA-R 8014/1028. 222 Vgl. Brief der deutschen Gesandtschaft in Rio de Janeiro an die GSV (11.03.26), in: BA-R 8014/ 1028. 223 Vgl. Brief des Saarvereins Argentinien an die GSV (12.05.32), in: BA-R 8014/1031; SF 14 (1933) 10, S. 162 f.; SF 15 (1934)4,5. 68. 224 Vgl. den Appell an Präsident Harding. in: SF 2 (1921) 7, S. 83; Brief der GSV an einen Wilhelm Thomae (22.08.21), in: BA-R 8014/1027. Der 1857 im saarländischen St. Johann geborene Thomae war bereits 1882 in die Vereinigten Staaten ausgewandert. Während der Inflation unterstützte er die GSV mit Devisen: Vgl. SF 8 (1927) 8, S. 127.