Einzelmitgliedern in verschiedenen Städten des deutschen Reiches auch 95 Korpora¬ tionen wie Industrieunternehmen und Vereine sowie 175 deutsche Städte und 50 Landkreise den Beitritt zum Bund vollzogen haben. Schenkt man dem Tätigkeits¬ bericht Vogels Glauben, waren es nach nicht ganz einem halben Jahr auf der ersten Tagung in Kassel bereits etwa 1.300 Einzelmitglieder, 140 Körperschaften sowie 210 Städte und 50 Landkreise98 99. Ein Vergleich dieser Größenordnungen mit den wenigen überlieferten namentlichen Verzeichnissen ergibt hingegen ein anderes Bild: Wäh¬ rend eine Liste von August 1921 nur 528 Personen aufweist, die nicht über Orts¬ gruppen oder Dachverbände dem Bund beigetreten waren", reduziert sich die Zahl der Kommunen in einer tabellarischen Übersicht aus dem Frühjahr 1922 um etwa ein Drittel auf 138 Städte und 26 Kreise. Ab Sommer 1923 verzichtete Vogel auf die Differenzierung zwischen Kommunen und anderen Körperschaften: Fast 600 körper¬ schaftliche Mitglieder sollen zu dieser Zeit dem Bund angehört haben; in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts war schlagartig von mehr als 1.500 die Rede100. Aufgrund derartig großer Schwankungen müssen die wenigen quantitativen Aussagen relativiert werden, zumal weitere Werbemaßnahmen der Geschäftsstelle „Saar-Verein“ belegen, daß sie weit von ihrem Ziel entfernt war, den Großteil der preußischen Kommunen für die Saar zu mobilisieren. Insgesamt prekär ist auch die Quellenlage zu den sonstigen körperschaftlichen Mitgliedern. Als gesichert kann angenommen werden, daß Ortsverbände von Parteien aus dem rechten Spektrum ebenso den Weg zu den Saarvereinen fanden wie bei¬ spielsweise der „Gewerkschaftsbund der Angestellten“ oder Großbanken, Industrie¬ unternehmen und Wirtschaftsverbände. Immerhin brachten diese Körperschaften über ein Drittel der Jahresbeiträge des Bundes auf. Berücksichtigt man außerdem die einmal igen Zuwendungen ohne feste Mitgliedschaft, steigt die Quote auf fast 70%101. Nach einem Rundschreiben der Geschäftsstelle von Anfang Oktober 1933 schlossen sich die Universitäten Dresden, Erlangen, Frankfurt am Main, Greifswald, Hannover, Heidelberg, Köln. Leipzig. Marburg, München, Münster und Rostock sowie die Technischen Hochschulen Berlin, Breslau, Dresden. München und Stuttgart dem Bund korporativ an102. 98 Vgl. Tätigkeitsbericht Vogels (03.04.21), in: BA-R 8014/18. 99 Vgl. Liste der Einzelmitglieder (10.08.21), in: BA-R 8014/143. Abgesehen von einflußreichen Persön¬ lichkeiten im Berliner Saarverein spielten Einzelmitglieder keine herausragende Rolle. 100 Vgl. Übersicht der Mitgliederzahlen (30.03.22) und Verzeichnis der Städte (30.03.22), in: BA-R 8014/1; Geschäftsbericht der GSV (24.10.24), in: BA-R 8014/7; „Die Jahresarbeit des Bundes der Saarvereine und der Geschäftsstelle ,Saar-Verein' imJahre 1925“ (Januar 1926), in: LA Saarbrücken, Saar-Verein 2. 101 Vgl. Übersicht der Mitgliederzahlen (30.03.22) sowie das Verzeichnis der körperschaftlichen Mitglieder (März 1922), in: BA-R 8014/1. 102 Vgl. aus Sicht der Hochschulen: UA Erlangen A 1 /3a/910; UA München, Sen 746/25. Allgemein zum Schriftverkehr mit Universitäten und Hochschulen: Vgl. BA-R 8014/1011.