Die Annexion der Moselle öffnete den westmärkischen Wissenschaftlern 1940 die Töpfe, die ihnen wegen der kriegsbedingten Einschränkungen im Altreich verschlossen worden waren. An der faschistischen Germanisierungspolitik wurde nicht gespart, auch wenn die tatsächlichen Erfolge auf Grund der akademischen Personalnot unter den Erwartungen des Regimes blieben. Ohne Ausnahme hielten alle Wissenschaftler die politische Annexion der Moselle durch das Deutsche Reich für richtig und gerecht, nur mit den Mitteln waren nicht alle einverstanden. Insgesamt haben sich die Wissenschaften in der Westmark mit dem NS-Regime arrangiert, sich in dessen Erfordernisse gefunden und seine Politik mitgetragen. In den meisten Fällen färbte die nationalsozialistische Politik auf die wissenschaft¬ lichen Ergebnisse ab. In vielen Fällen beteiligte sich die Wissenschaft an den Verbrechen gegen lothringisches Eigentum. In einzelnen Fällen lieferte sie selbst die Zielobjekte für die Verbrechen gegen Menschen. 434