tragten für Grenze und Ausland als Mitarbeiterinnen heran.8u: Als Ziel seiner Volkstumsarbeit im Gau Westmark gab Braun an, bei der Bevölkerung den „Stolz über die Grösse und Leistung des eigenen Volkes“ zu wecken.80' In der Saarpfalz sei seine Arbeit auf fruchtbaren Boden gefallen. Die Bevölkerung interessiere sich lebhaft für Volksdeutsche Fragen und pflege die Beziehungen zum Auslands¬ deutschtum. Die Saarpfälzer besäßen ein ,,natürliche[s] Volkstumsempfinden“ und zeigten in Volkstumsfragen „eine absolut einwandfreie Haltung“, was sich in ihrer Distanz zu Kriegsgefangenen und fremden Zwangsarbeitern äußere. Nach bald zehn Jahren nationalsozialistischer Indoktrinierung war der Rassismus der deutschen Bevölkerung tief eingeimpft. Die Einflüsse „einer westischen Denkungs¬ art“ und „der plutokratischen Propaganda“ erschwerten allerdings die Volkstums¬ arbeit im lothringischen Gauteil. Von Nancy in die Moselle gestreute Gerüchte behinderten die Entwicklung eines rassistischen Volkstumsempfmdens. Das Deutschtum in Lothringen sei „durchweg noch sehr zurückhaltend“.802 804 Das hilfs¬ bereite Verhalten der lothringischen Bevölkerung gegenüber Kriegsgefangenen wurde wiederholt von Braun gerügt.805 Um die Lothringer zum Deutschtum zu bekehren, wurden volksbewusste Ausländs¬ deutsche, besonders lothringischer Abstammung, zur Propagandaarbeit herangezo¬ gen. Die Verwendung ,,aktive[r] Vorkämpfer der Grenzlandarbeit“ hatte sich schon vor dem Krieg in der Saarpfalz bewährt.806 Besonderer Beliebtheit im Gau erfreute sich der „Dichter des Donaudeutschtums“ Oberst Karl von Möller, der 1941 Loth¬ ringen befuhr. Für seine Dienste bei der kulturellen Germanisierung Lothringens wurde ihm der Westmark-Preis verliehen.807 Die Wirkung eines auslandsdeutschen Redners auf nach nationaler Orientierung suchende Lothringer war nicht zu unter¬ schätzen, besonders wenn dieser als der Erste seiner Familie vorgestellt wurde, der nach 800 Jahren in seine lothringische Heimat zurückgekehrt sei.808 Neben dem Rednereinsatz konzentrierte sich Brauns Volkstumsarbeit auf die Ver¬ breitung von Propagandamaterial, wie seines eigenen Bändchens mit Umsiedler¬ 802 ADM, 2W63/2, f. 26: Braun an NS-Frauenschaft-Grenze u. Ausland (Neustadt) [ca. Anfang 1942]. 8(0 ADM, 1W211: B[raun], 2. Bericht über die Volkstumsarbeit [o. D.]. 804 ADM, 1W211: Braun, [1.] Bericht über die Volkstumsarbeiten [o. D.]. 8(b ADM, 1W211: B[raun], 2. Bericht über die Volkstumsarbeit [o. D.]. 806 Im Mai/Juni 1938 hatte das RMdl Pg. Dr. Dr. Friedrich Lange aus Berlin-Lankwitz als Redner zum VDA und zu NS-Gliederungen im deutschen Südwesten geschickt; HMP, G/Vbv., VDA: ORR Dr. Dr. Kunckel (RuPrMdl) an Emrich v. Jan. 1938, Emrich an Kunckel v. 18.2.1938; cf. Standartenführer Lummelf?] (VDA-Saarpfalz) an Emrich v. 9.2.1938; Steinacher, Bundesleiter, 140. 807 ADM, 1W234: VDA-Westmark an Braun v. 8.2.1941; 2W63/3, f. 2: DAF-Saarpfalz an Braun v. 28.3.1941. August Rupp, „Neues westmärkisches Heimatschrifttum“, Heimatbrief aus der Westmark, 4 (1942) [53]; „Karl von Möller gestorben: Mit dem Westmark-Preisträger schied ein Dichter und Kämpfer“, NSZ Westmark (26.2.1943). 808 ADM, 1W211: B[raun], 2. Bericht über die Volkstumsarbeit [o. D.]. 416