über das Verhältnis zwischen Burgund und dem Reich nach.* 465 Im Sommer¬ semester 1944 gingen die Akademievorträge des Lothringischen Instituts weiter. Kallbrunner schilderte den Anteil Lothringens an der deutschen Kolonisation in Südosteuropa466 und in einer Arbeitssitzung des Lothringischen Instituts behandelte SS-Hauptsturmfuhrer Rolf Dupin vom SD in Metz „Die dietsch-burgundische Idee und ihre politischen Vertreter im westlichen Vorfeld des Reiches“.467 Landesbibliothek In Metz wollte Bürckel der Frankreichforschung ein neues Zentrum geben und ließ eine wissenschaftliche Großbibliothek aus den Beständen der in der Moselle geraubten Büchern errichten. Schon im Herbst 1940 hatte das Reichserziehungs¬ ministerium davor gewarnt, bei „eventuellen ,Säuberungsaktionen4“ wissenschaft¬ lich wertvolle Bücher zu vernichten.468 Damit wusste man Besseres anzufangen. Zur selben Zeit übernahm Bibliotheksassessor Dr. Albert Reker (1908-41) kommissa¬ risch die Leitung der Metzer Stadtbibliothek.469 Neben Volksbildungsaufgaben, wie die „Volksgenossen im zurückgewonnenen Lothringen“ „mit dem nationalsozia¬ listischen Gedankengut“ vertraut zu machen,470 und bibliothekarischen Funktionen, wie der Anschaffung von zwischen 1918 und 1940 vernachlässigter deutscher Literatur,471 * hatte die Stadtbibliothek Metz einen Sonderauftrag. Sie war mit der Ordnung der vom Reich bei aufgelösten Vereinen, in Klosterbibliotheken, Antiquariaten, Buchhändlerlagern und bibliophilen Sammlungen geflohener oder schäften im Dritten Reich 1933-1945, Hg. Frank-Rutger Hausmann, Mitarb. Elisabeth Müller- Luckner, Schriften des Historischen Kollegs, Kolloquien 53 (München: Oldenbourg, 2002), 149- 63, hier 151-52, 159-61; Gerd Simon, „Zündschnur zum Sprengstoff: Leo Weisgerbers keltolo- gische Forschungen und seine Tätigkeit als Zensuroffizier in Rennes während des 2. Weltkriegs“, Linguistische Berichte (1982), [H.] 79, 30-52; Lerchenmueller, Simon, Im Vorfeld, 72-74; Lionel Boissou, „L’Allemagne et le nationalisme breton (1939-1945)“, Bretagne et identités régionales pendant la Seconde Guerre mondiale: Actes du Colloque international (15-17 novembre 2001), dir. Christian Bougeard (Brest: Ctrc de Recherche Bretonne et Celtique, 2002), 321-36; Hutton, Linguistics, 106-43. 465 AMMetz, 2Z37: Emrich, Halber u. Overbeck an Schrod [v. 8.11.1943]; cf. HMP, G/Schriftverkehr 1944, LI: Halber an Kirschnerv. 6.12.1943. 466 V., „Südostkolonisation: Ein Vortrag in Metz“, Metzer Zeitung am Abend (20./21.5.1944); AMMetz, 2Z37: Emrich, Halber u. Overbeck an Schrod, Poststempel v. 13.5.1944. 4f>" AMMetz, 2Z37: Halber (LI) an Schrod v. 16.6.1944. Die Kenntnis des Vornamens von Dupin verdanke ich Lionel Boissou. 468 BABL, R21/10599, f. lv: Minrat. Dr. Rudolph Kummer an Dr. Dähnhardt v. 21.11.1940. 469 BABL, R21/10599, f. 33: Ku[mmer] (RMWEuV), Aktennotiz v. 10.11.1941; cf. f. 32: dto. v. 4.7.1941. 470 AMMetz, 2Z8c: Reker durch den CdZ an Kummer v. 5.12.1940. Albert Reker, * 13.7.1908, 1935 Prüfung in kath. Theologie, 1936 Promotion in Bonn zum Dr. phil., 1937 Erzbischöfliche Bibliothek Paderborn, 1937/38 StB Berlin, 1938 Fachprüfung, 1939 PLB, 1940 abgeordnet an die StB Metz, t 19.12.1941 Metz; Habermann, Klemmt, Siefkes, Lexikon, 271; „Übersicht“, Pfälzische Landesbibliothek, 199. 471 AMMetz, 2Z8d: Wegener (StB Metz) an Dr. [Eugen] Becker (Stadtkommissar Metz) v. 3.7.1942. 360