Bürckels Auftrag Lothringen und den angrenzenden Westraum kulturpolitisch, wirtschaftlich und historisch untersuchte.245 Instituts aujb au Im Auftrag Emrichs skizzierte Ramsauer, der 1940 in Lothringen die Landes- und Volksforschung leitete,246 die wissenschaftlichen Aufgaben im annektierten Gebiet. Das Lothringische Institut habe „Schulung und Volksbildung“ zu betreuen, die wissenschaftlichen und volkstümlichen Veröffentlichungen in Lothringen zu fordern und zu überwachen und die lothringische Heimatkunde und -pflege nationalsozialistisch und gesamtdeutsch auszurichten. Vordringliche politisch¬ wissenschaftliche Aufgabe sei die „Erforschung der germanischen und deutschen Grundlagen Lothringens“ durch vor- und frühgeschichtliche Siedlungsforschung, Volkskunde, Orts-, Flur- und Familiennamenforschung und durch Sippenfor¬ schung zur „blutsmässigen Herkunft“ der Lothringer. Mit diesen Ergebnissen solle die geisteswissenschaftlich-weltanschauliche Auseinandersetzung mit den „Restbeständen und mittelbaren Einflussbereichen der westlichen Kultur“ geführt, die „Französierung“, also der französische Sprach- und Kultureinfluss, rückgängig gemacht und schließlich ein lothringischer Partikularismus durch ein neues großdeutsches Geschichtsbewusstsein und „durch eine neue Deutung und geistige Umwertung der gesamte[n] westdeutschen Stammes- und Volksgeschichte“ ersetzt werden. Vermutlich von Ramsauers Arbeitskollegen Braun stammte die Idee, die „Auswanderung als eine[n] gesamtdeutschen Vorgang[...] auf der Linie Westmark-Ostmark“ untersuchen zu lassen.247 Kurzum, mit dem Lothringischen Institut sollte ein neues Bollwerk deutschen Geistes im Westen errichtet werden. Die Neugründung in Metz und das Kaiserlauterer Institut waren als korrespondie¬ rende Einrichtungen gedacht und sollten den „Aktionsradius“ der PGFW vergrößern. Auf den Institutstagungen sollten die Mitarbeiter beider Institute vertreten sein, damit alle Fragen „immer vom Blickfeld des Gesamtgaues Westmark“ behandelt würden.248 Bei der Gründung des Lothringischen Instituts im Herbst 1940 zeigte die Gauverwaltung eine offene Hand. Für die Eindeutschung der neu gewonnenen Gebiete standen mehr Mittel zur Verfügung als im Altreich. Man plante, wenigstens vier großzügig dotierte wissenschaftliche Stellen für Geschichte, für Geographie und Geologie, für Volkswirtschaft und für Volkskunde und die Stelle eines 24' HMP, G/Besprechungsbelege, Mitarbeiter: Emrich an das 3. Grenzinf. Ers. Bat. 125 v. 5. 10.1940, Efmrich] an Dittler im Felde v. 7.10.1940; cf. Christian Halber, „Tätigkeitsbericht des Lothringischen Instituts für Landes- und Volksforschung, Metz, von dessen Gründung im Spät¬ jahr 1940 bis zum 30. Juni 1943“, Westmärkische Abhandlungen zur Landes- und Volksfor¬ schung,, 5 (1941/42), 391-95, hier 391. 246 ADM, 1W78/30: Geschäftsordnungs- und Verteilungsplan f. d. Außenstelle des CdZ in Metz v. 28.11.1940, 2. 24 ADM, 1W208: [Ramsauer] Denkschrift [Herbst 1940], 1. 248 LASp, H 3/8009, f. 136: Fr. Christmann, Vollsitzung d. PGFW am 7.2.1941 v. 15.2.1941, 7. 328