Schulungswerk Der Weg ins Reich zusammenzustellen. Die Federführung erhielt die philosophische Abteilung, die alle einzelwissenschaftlichen Untersuchungen „auf den Nenner der Ganzheit, oder geschichtlich-substantiell verstanden, des Reiches“ bringen sollte.'’ Das Schulungswerk wurde nie begonnen und auch andere praktischen Ergebnisse konnte die Abteilung für Philosophie und Pädagogik nicht nachweisen. Es ist nicht ersichtlich, ob sie jemals produktiv gearbeitet hat. Es scheint, dass Flerrigel so gut wie nie vor Ort war. Als das Saarpfalzische Institut gegründet wurde, verzichtete man schließlich auf die Errichtung einer philosophischen Abteilung.93 94 Eine solche war indes unnötig, da der promovierte Philosoph Emrich über die Gesellschaft wachte. Personelles Revirement Der inhaltliche Bruch mit der Vergangenheit der PGFW fiel nicht so radikal aus, wie von Emrich beschworen. Der neue stellvertretende Präsident der PGFW, Emil Franz Rasche, bezog sich positiv auf vergangene Traditionen der PGFW9' und selbst Emrich wird vier Jahre später die Leistungen der PGFW aus den Jahren vor der nationalsozialistischen Gleichschaltung auf der Haben-Seite verbuchen. Er betonte 1937, dass der nationalsozialistische Gau auf den Beitrag der PGFW „zur geistigen Ausprägung des Pfälzertums im In- und Ausland“ habe aufbauen können. Allerdings bat Emrich das bayerische Kultusministerium in dieser Denk¬ schrift um mehr Geld für die PGFW,96 wozu er keinesfalls deren Leistungen schmälern wollte, nicht einmal jene aus der verhassten Weimarer Epoche. Das Publikations- und Förderungsprogramm der gleichgeschalteten PGFW unter¬ schied sich in Inhalt und wissenschaftlicher Richtung nicht grundsätzlich von dem der Jahre vor 1933. Weiter wurden so wenig politische Schriften, wie zum süd¬ westdeutschen Schrank des 16. und 1 7. Jahrhunderts, zum pfälzischen Obstbau oder zur Kulturgeschichte der rheinpfälzischen Baumwelt und ihrer Naturdenk¬ male,97 zu jungen Krustenbewegungen im Landschaftsbild der Buntsandsteinpfalz, 93 BayHStA, MK 15552: Arbeitssitzung d. PGFW am 24.3.1934. 94 Alle fünf anderen Abteilungen der PGFW wurden in entsprechender Form im Spl fortge¬ führt; LASp, H 3/8009, f. 46: Briefkopf des Spl. 9' E[mil] F[ranz] Rasche, „Die Neuordnung der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften“, Völkische Wissenschaft [1] (1934), 17-21, hier 22. 96 BayFlStA, MK 15552: Emrich, „Denkschrift über die Pfälzische Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften“ [ca. April 1937]. 97 BayHStA, MK 15552: Roth[-Lutra], Geschäftssitzung der PGFW am 15.10.1936 [13-16]; [Roth-Lutra u.] Emrich, Sitzung der PGFW am 22.6.1937, 19-20: Heinz Halbgewachs aus Karlsruhe, „Der südwestdeutsche Schrank des 16. und 17. Jahrhunderts“, Heidelberg, Univ., Diss., 1936; Ella Weiss, Der Pfälzische Obstbau (Speyer 1937); Julius Wilde, Kulturgeschichte der rheinpfälzischen Baumwelt und ihrer Naturdenkmale (Kaiserslautern 1936). 190