Saarlandes“, an der Keuth mitarbeitete, erfreute sich eines unerwarteten Erfolges.503 Ab Sommer 1930 zeigte das Museum für Länderkunde in Leipzig unter Rudolf Reinhard eine Saar-Dauerausstellung, zu der das Heimatmuseum Saarbrücken einige Gegenstände beitrug.504 505 Durch den VDA unterstützt ging die Leipziger Saar¬ ausstellung 1933/34 auf Wanderschaft und kam nach München, Frankfurt, Köln und Wuppertal/0" Im November 1934 unternahmen der VDA und das sächsische Reichspropagandaamt in Dresden eine große Saarausstellung. Der Leiter des fran¬ zösischen Generalkonsulates sah in ihr einen Ausbruch gewalttätigen Hasses gegen Frankreich.'’06 * Im Berliner Reichstag wurde im Januar 1935 ebenfalls eine Saar- Ausstellung gezeigt, die allerdings wenig Eindruck machte. Sie war ärmlich ausge¬ stattet und bestand nur aus einer Sammlung von Karten und Fotografien."11 Die größte aller Saarausstellungen, die alle anderen in den Schatten stellte, wurde die Kölner Saar-Propagandaausstellung des Jahres 1934. Als eine Saar-Wander- ausstellung, die im Frühjahr 1934 in Köln startete, bei dem neu gegründeten Saarpropagandaausschuss der Reichsregierung"11* durchfiel, begann Goebbels’ Propagandaministerium mit der Vorbereitung der großen Saarausstellung, die in Verbindung mit der alljährlichen Kundgebung der Saarvereine Ende August in Köln eröffnet werden sollte, um schließlich als Wanderausstellung in den größeren deutschen Städten gezeigt zu werden. Um sich nicht mit gediegenen Universitäts¬ professoren streiten zu müssen, bediente sich das Propagandaministerium für die Gesamtleitung der Saar-Ausstellung eines noch nicht etablierten Historikers,509 Friedrich Lübbecke (Direktor d. Kunstmesse), zit. nach Linsmayer, Politische Kultur, 324. "°4 StdASb, Personalbeiakte Keuth: Keuth an Neikes v. 31.3.1930; Rfudolf] Reinhard, Kjonrad] Voppel, Land und Volk an der Saar, 168 Abb., 70 Ktn. Pläne u. Diagramme [Geleitw. Gustav Simon], Hirts Deutsche Sammlung, III, 6 (Breslau: Hirt, 1934). 505 Hans Steinacher, „Jahresbericht des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland ausge¬ geben in Mainz auf der Saarbrücker Tagung an Rhein und Mosel Pfingsten 1934“, Bundesleiter des VDA, 137; BayHStA, MA 108215: Mappe „Schlußbericht der Saarlandausstellung“. 506 AAE, Sarre 282, f. 201r: Chevillotte an Außenminister v. 13.11.1934: „Violente explosion de haine contre notre pays“ ; die Ausstellung füllte zehn Säle. LHA, 442/7526, f. 257: VDA- Lv. Mittelrhein an Steinacher v. 23.4.1934; LASb, SM 116: VDA-Mittelrhein - Unterge¬ schäftsstelle Trier an Keuth v. 28.7.1934: In Saarburg wurde im April 1934 eine kleine Saar- Wanderausstellung des VDA-Mittelrhein eröffnet, die im Sommer weitere Orte des Regie¬ rungsbezirks Trier besuchte. LASb, SM 116: Institut für Lehrerfortbildung an Keuth v. 13.10.1934, Ausstellungsplan: Zur ,,unterrichtliche[n] Behandlung und Vorbereitung des Abstimmungskampfes“ lud das Hamburger Institut für Lehrerfortbildung Lehrer und Schüler von November 1934 bis Januar 1935 in die Ausstellung „Unsere Saar“ ein. 507 AAE, Sarre 283/2: François-Poncet an Laval v. 12.1.1935. "I1X BayHStA, MA 106126: Sperr an BayStK v. 12.12.1933, 1: Zur Vorbereitung der Saar¬ abstimmung richtete Papen am 11.12.1933 unter Vorsitz von Voigt (AA) einen Saarpropaganda¬ ausschuss, kurz: Saarausschuss, ein, dem Mitglieder der Reichsvizekanzlei, des RMVP, des PrMdl, des RMdl, des PrKM und der bayerischen Vertretung beim Reich angehörten; cf. G. Paul, Deutsche Mutter, 134. 509 Cf. Hans-Ulrich Thamer, „Die Repräsentation der Diktatur: Geschichts- und Propaganda¬ ausstellungen im nationalsozialistischen Deutschland und faschistischen Italien“, Faschismus und Faschismen im Vergleich: Wolfgang Schieder zum 60. Geburtstag, Hg. Christof Dipper, Rainer Hudemann, Jens Petersen, Italien in der Moderne, 3 (Vierow: SH-Verl., 1998), 229-46, hier 243. 138