Umsätze und Ertragslage der Saarbergwerke AG 1961-1970 - Umsatz (y 1) -— Überschüsse/Fehlbeträge (y2) Angaben in Mio. DM. Lesebeispiel: Die Bilanz der Saarbergwerke wies im Jahr 1962 einen besonders hohen Fehlbetrag aus. Quelle: Slotta, Saarbergwerke 1955-1984. Möglichkeiten des Landeshaushaltes bei weitem überforderten.1,1 Anklang fand die SVP mit dieser Argumentation allerdings nur bei der DPS, für die Heinrich Schneider die haushaltstechnische Abwicklung der Finanztransfers kritisierte; diese sah in der Praxis zunächst Zinsgarantien für von den Saarbergwerken aufzunehmende Darlehen vor, dann die Übernahme der Darlehen in den Haushalt des Landes und anschließend deren Umwandlung in Kapitalbeteiligungen und einen Forderungsverzicht gegenüber dem Unternehmen. Auch für Heinrich Schneider deutete dies darauf hin, daß das Land auf Dauer der Belastung durch die Umstrukturierung des Steinkohlenbergbaus nicht gewachsen sein würde. '1 Die sozialdemokratische Opposition wählte demgegenüber einen anderen Ansatz. Bereits in seiner Erwiderung auf Röders erste Regierungserklärung verdeutlichte Kurt Conrad, daß das Hauptaugenmerk der SPD darauf gerichtet sei, daß die Kosten des Strukturwandels nicht einseitig auf die Arbeitnehmer abgewälzt würden. ’2 Politisch virulent wurde dies im Umfeld eines Taritkonflikts im Bergbau im Frühsommer ,(l Vgl. z.B. LTDS, 4. WP, Abt. I, 16. Sitzung v. 30.1.62, S. 613. Das Saarland stellte zwischen 1959 und 1970 nicht weniger als 85 Mio. DM alleine für Restrukturierungsmaßnahmen der Saarbergwerke AG zur Verfügung, vgl. die Übersicht bei Seyler, Auswirkungen, S. 18ff. ’’ LTDS, 4. WP, Abt. I, 29. Sitzung v. 18.12.62, S. 1086. Emil Weiten sprach in diesem Zusammenhang von politisch gedeckten „Sichtwechseln“, ebd., S. 1177. 32 LTDS, 4. WP, Abt. I, 4. Sitzung v. 20.1.61, S. 41. 226