anderen wurden verschiedene Elemente des saarländischen Sozial- und Steuersystems weitergeführt.'44 Der Tag X brachte für die saarländische Wirtschaft in den einzelnen Sektoren sehr unterschiedliche Auswirkungen. Während der Einzelhandel in manchen Bereichen sehr heftigen Friktionen ausgesetzt war,144 145 verzeichneten z.B. die Verbrauchsgüter¬ industrien nach der Eingliederung sogar eine „ungewöhnlich günstige“ Entwicklung. Bereits ab dem vierten Quartal des Jahres 1959 wurden davon auch andere Bereiche erfaßt, was sich auf dem Arbeitsmarkt niederschlug. Das Potential an männlichen Arbeitnehmern war weiterhin quasi restlos ausgeschöpft, so daß eine weitere Expan¬ sion der Beschäftigung nur durch Zuführung von Arbeitskräften von außen erreicht werden konnte, und dies, obwohl der Bergbau weiterhin in hohem Umfang Stellen abbaute und Arbeitskräfte freisetzte. Diese fanden - sofern sie dem Arbeitsmarkt überhaupt noch zur Verfügung standen - in der expandierenden Eisen- und Stahlindu¬ strie unmittelbar wieder eine Beschäftigung.146 * Die Frauenerwerbstätigkeit stieg auf Basis des unausgeschöpften Potentials deutlich an, und zwar hauptsächlich in den Branchen der Eisen- und Metallerzeugung und -Verarbeitung sowie im Sektor von Handel, Banken und Versicherungen.14 Die Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung im Jahr 1960 ist erheblichen Problemen unterworfen. Kam das Statistische Landesamt im Jahr 1961 noch zu einer eher zurückhaltenden Einschätzung des Konjunkturverlaufs von 1 960, der als stabil, aber „auf einem niedrigeren Niveau als vor der Eingliederung“ beschrieben wurde,144 stellte sich dieses Jahr in der Perspektive des Jahres 1963 sehr viel günstiger dar. Wieder ein Jahr später wurde dann das Jahr 1961 als der Beginn einer „Verlang¬ samung des Wachstums der gesamten saarländischen Wirtschaft“ bezeichnet.144 144 Die Präferenzen betrugen 15% für 1959 und 1960, 10% für 1961; weitergeführt wurde z.B. die „Weitere Lohnzulage“ und die Leistungen aus der Familienzulage, welche die Löhne von verheirateten Männern mit Kindern aufwertete. Stat. Amt d. Saarl. (Hg.), Saarländische Bevölkerungs- und Wirtschafts¬ zahlen 9/10(1959/60), S. 93. 145 Davon war nicht nur der Absatz, sondern v.a. auch die Warenbeschaffung betroffen, vgl. Tietz, Beschaffung, S. 1 I. Das Datenmaterial hierzu ist publiziert in: Die Auswirkungen der wirtschaftlichen Eingliederung in ausgewählten Branchen des Saarländischen Einzelhandels. Ergebnisse aus Betriebsver¬ gleichen und Betriebsuntersuchungen für das zweite Halbjahr 1958 und das zweite Halbjahr 1959, Saarbrücken 1962 (= Einzelschritten des Handelsinstituts an der Universität des Saarlandes H. 3). Schluppkotten, Saarwirtschaft, S. 6, spricht von Einbußen, die nach einigen Monaten wieder ausgeglichen werden konnten. 146 Stat. Amt d. Saar], (Hg.), Saarländische Bevölkerungs- und Wirtschaftszahlen 9/10(1959/60), S. 47 und S. 17. 4 Ehd.. S. 13f. Landesbank und Girozentrale Saar (Hg.), Wirtschaftsberichte 1961, Saarbrücken 1961, H. 1, S. 3. 4K Stat, Amt d. Saarl. (Hg.), Die saarländische Industrie im Jahre I960, Saarbrücken 1961 (= SiZ, Sonderh. 18), S. 7. Eine ähnliche Verschiebung in der Beurteilung ist übrigens auch in der Berichterstattung der Landesbank und Girozentrale Saar (Hg.), Wirtschaftsberichte 1962, Saarbrücken 1962, H. 1, im Vgl. zu ebd., H. 8, nachzuvollziehen. 14,1 Stat. Amt d. Saar!. (Hg.), Die saarländische Industrie im Jahre 1964, Saarbrücken 1964 (= SiZ, Sonderh. 30), S. 9. Zu den methodischen Problemen des Vergleichs der wirtschaftlichen Entwicklung anhand der 101