Theobald IV. von der Champagne und Simon von Leiningen, die Nutznießer der Vogtei940. Nach dem Tod der Gräfin Gertrud kam die Verfügungsgewalt über die Altdorfer Vogtei laut Vertrag vom 5. Juli 1228 zwischen dem Straßburger Bischof Berthold von Teck und Graf Simon von Leiningen an den Straßburger Bischof941. Dieser hat die Vogtei augenscheinlich an den Leininger Grafen weiterverliehen, wie man aus der schon erwähnten Urkunde vom 14. April 1258 erfährt, die von einer gericht¬ lichen Verhandlung wegen der Ansprüche von Burchard und Heinrich von Hohenstein auf die Altdorfer Vogtei berichtet942. Die Hohensteiner Ansprüche wurden von Bischof Heinrich III. von Straßburg abgewiesen, der eine ganze Reihe von Zeugen aufbot, die alle übereinstimmend aussagten, daß Simon von Leiningen die Vogtei innegehabt hätte und sie nichts von Hohensteiner Ansprüchen wüßten943. Andlau (F, Dep. Bas-Rhin, Arr. Selestat, Cant. Barr) Im 12. Jahrhundert können wir die Dagsburger Grafen als Vögte für die von der Kaiserin Richgard gestiftete Abtei Andlau944 erkennen945. Hugo VIII. von Dagsburg wird mehrmals in Lirkunden als Vogt der Abtei erwähnt. Zum ersten Mal ist er in Andlauer Urkunden am 7. Mai 1144 in der Actumszeile einer Urkunde von 940 Zumindest ist Simon von Leiningen, wie aus dem Satzzusammenhang des in Anm. 938 angeführten Zitates ersichtlich wird, wohl auch schon in der Zeit vor der 1228 erfolgten Belehnung des Leiningers durch den Straßburger Bischof als Inhaber der Altdorfer Vogtei ausgewiesen. 941 Noverint.... quod nos ... concessimus feodotali, excepta advocatia et bonis universis in altorjsitis, que nobis retinuimus. Original in Strasbourg, AD BR, G 45 (Zitat nach dem Original); Druck des Vertrages bei Grandidier, Œuvres, 3. Bd., Nr. 307, S. 313-316; RegBfStr. II, Nr. 934, S. 49 ff,; siehe Sieffert, Altdorf, S. 104 f. 942 Schöpflin, Alsatia diplomatica, 1. Bd., S. 423 f., Nr. 576; siehe RegBfeStr. II, Nr. 1534, S. 165. 943 Ebda 944 Zur Stiftung von Andlau siehe das Diplom Karls III. vom 10. Juli 880, D Karl III 24, S. 40 f., und das Diplom Karls III, vom 19. Februar 884, D Karl III 96, S. 156 f.; vgl. Bruckner, Regesta Alsatiae, Nrn. 608 u. 609, S. 369. - Zu Richgard und Andlau siehe H. Büttner, Kaiserin Richgard und die Abtei Andlau, in: AEA 7 n1,c série (= tome 23 de la série complète), Strasbourg-Paris 1956, S. 83-91 (Ndr. in: Ders., Geschichte des Elsaß I, 1991, S. 295-301). 945 Vor dem 12. Jahrhundert kann man die Dagsburger Grafen nicht als Andlauer Vögte nachweisen. Bei dem in einer bei Würdtwein, 6. Bd., Nr. 101, S. 232 ff., abgedruckten Urkunde eines Mönches namens Gottfried vom 2 Mai 1064 genannten Heinricus advocatus, den Wagner, Andlau, S. 454, als Dagsburger Grafen identifizieren möchte, weil er ihn als Andlauer Vogt ansieht, handelt es sich in Wirklichkeit um den bischöflich¬ straßburgischen Vogt Heinrich, der zwischen 1061 und 1089 mehrmals nachgewiesen ist. Siehe RegBfeStr. I, Nrn. 285, 286, 299, 341. Das Regest Nr. 286 bezieht sich auf obige Urkunde. Die in RegBfeStr. I, im Register, S. 413, unter Heinrich angegebenen Nrn. 347, 348 beziehen sich indes auf Heinrichs Nachfolger Anselm. Bei dem in RegBfeStr. I, Nr. 352 genannten Heinrich handelt es sich sicher nicht um den Vogt Heinrich. 524