Jahrhunderts noch in der Hand der Dagsburger Grafen befand, wurde schließlich von der Tochter Aberts II. von Dagsburg, Gertrud, ebenfalls an Floreffe gegeben, wie uns eine von ihr im Januar 1223 ausgestellte Urkunde erkennen läßt700. Allerdings war der Zehnte zu einem nicht bekannten Zeitpunkt von den Grafen weiterverlehnt worden. Die Urkunde Gertruds zeigt uns eine ganze Lehenskette auf. Jedoch spiegelt die Urkunde nur die Lehensverhältnisse für den eingeschränkten Zeitraum, ungefähr zwischen 1222 und Anfang 1223, wider. Zu welchem Zeitpunkt die einzelnen Verlehnungen an die jeweiligen Lehensnehmer erfolgt sind, läßt sich nicht mehr rekonstruieren. So erfahren wir aus besagter Urkunde Gertruds, daß ein gewisser Walter von Mondale den Zehnten von der Gräfin zu Lehen hatte, dieser ihn aber wiederum an den Ritter Johannes von Wamant weiterverlehnt hatte. Johannes von Wamant und seine Frau Sibille haben schließlich mit Zustimmung der Oberlehensherrin Gertrud von Dagsburg den Zehnten an die Abtei Floreffe geschenkt701. Da die Beurkundung dieses Vorganges durch die Gräfin im Januar 1223 geschah, erfolgte die Schenkung an Floreffe wohl gegen Ende des Jahres 1222 oder am Anf ang des Januar von 1223. In einer Urkunde von Papst Innozenz II. vom 4. Dezember 1138, in der dieser die Besitzungen der Abtei Flöne bestätigt, wird auch eine Schenkung des Grafen Albert von Moha in Dreye genannt. Er überträgt der Abtei die Kirche des Hl. Petrus zu Dreye702. Es wird zwar nicht gesagt, wann diese Schenkung erfolgt ist, aber es steht fest, daß Graf Albert I. von Dagsburg und Moha - und nicht sein gleichnamiger Großvater mütterlicherseits - sie getätigt haben muß, da die Abtei Flöne erst 1080 gestiftet worden ist703, also nach dem Übergang der Grafschaft Moha an die Dagsburger Grafen704. 700 Druck bei J. u. V. Barbier, Cartulaire, Nr. 94, S. 50; weiterer u. besserer Druck bei V. Barbier, Histoire, II. ed., tom. II, Nr. 165, S. 76; es existiert noch eine Abschrift dieser Urkunde, allerdings ohne Datierung und Zeugenreihe, in: Huy, AEH, abbaye du Val- Notre-Dame, n° 45. 701 Universitati omnium manifestum fieri volumus, quod elemosinam, quam Johannes, miles de Warnans, et uxor ejus Sibilla intuitu sue salutatis fecerunt ecclesie Florejfensi de decima sua in Warnans, quam tenebant in feodo de Waltero de Mondale, Walterus autem de nobis in feodo tenebat, pro nostra salute necnon et parentum nostrorum dignum duximus et laudare (Zitat nach dem Druck bei V. Barbier, Histoire, II. ed., tom. II, Nr. 165, S. 76). 702 Druck der Urkunde bei Evrard, Documents, Nr. 11, S. 297-301: Ecclesiam beati Petri de Drhahit cum omnibus pertinentiis suis, quam dedit Albertus, comes de Musial (Zitat, S. 298); Bestätigungen dieser Übertragung, allerdings ohne den Grafen Albert als Schenker zu nennen, 1140 durch Bischof Albert II. von Lüttich (ebda, Nr. 13, S. 305) u. 1143 durch Papst Cölestin II. (ebda., Nr. 14, S. 307). 703 Siehe dazu E. Brouette, Flöne, in: DHGE 17, Paris 1971, Sp. 506; vgl. auch die Bestätigung der Stiftung durch Bischof Heinrich von Lüttich aus dem Jahre 1091, abgedruckt bei Evrard, Documents, Nr. 1, S. 282-285. 704 Zum Übergang der Grafschaft Moha an die Familie der Dagsburg-Egisheimer siehe oben, S. 225-229. 493