12. Jahrhunderts, oft bei Ansätzen geblieben ist und man - zumindest bis ungefähr zum ersten Drittel des 12. Jahrhunderts - nicht zwingend auf eine extensive Burgenpolitik der Dagsburger Grafen schließen kann. Auch ist hierbei noch zu berücksichtigen, daß sich der Burgenbau auf Grafenebene erst im späten 11. Jahrhundert etablieren konnte, da nach dem Tode Heinrichs III. auf Grund der Minderjährigkeit Heinrichs IV. das Befestigungsrecht dem Königtum nach und nach entglitten war1 *07. Allerdings muß man hier auch feststellen, daß gerade für das frühe 11. Jahrhundert neben königlichen und herzoglichen Burgen schon vereinzelt Burgen in der Hand von Grafen aus dem Hause Dagsburg-Egisheim nachgewiesen werden können1107 1108. Eine Erklärung für diesen Umstand bietet Hans- Martin Maurer, der vermutet, daß es Grafen gab, welche sozusagen eine „herzogs¬ gleiche“ Stellung innehatten, ihnen also faktisch keine herzogliche Gewalt übergeordnet war1109. Burgenpoliük unter Hugo VIII. und Albert II. Nach der Mitte des 12. Jahrhunderts begann Hugo VIII. von Dagsburg mit einem verstärkten Ausbau der in seinem Besitz befindlichen Burgen. So haben wir Kennt¬ nis davon, daß der dagsburgische Erbanteil an der Egisheimer Burganlage um- und ausgebaut wurde. Es entstand auf diesem Burgberg nun mit der in einer Quelle von 1251 als Walhenburg bezeichnten Nordburg eine separate Burganlage. Eine den- drochronologische Untersuchung von Balken des Turmes der Nordburg ergab als Datierung für die Errichtung das Jahr 1147 mit einer Abweichung von +/- 10 Jahren1110, Vielleicht kann man in der Errichtung der Nordburg durch Hugo VIII. eine Abgrenzung gegenüber den Miterben der Egisheimer Burganlage, den Grafen von Pfirt und den Grafen von Vaudemont, erblicken, die um die Mitte des 12. Jahrhunderts von den Dagsburger Grafen wohl eher als Konkurrenten in dem beginnenden Territorialisierungsprozeß denn als nahe Verwandte wahrgenommen worden sind. Denkbar wäre auch die Absicherung der südlichen 'Grenze' der dagsburgischen Besitzungen im Elsaß, die in dieser Zeit fast alle nördlich von Egisheim zu finden waren. Durch die Erbteilungen war ja der größte l eil der Besitzungen im Sundgau an andere Zweige der Familie gefallen, so an die Grafen von Vaudemont und an die Grafen von Pfirt. Diesem „isolationistischen Akt“1111, wie Thomas Biller und Bernhard Metz die Errichtung der Nordburg bezeichnen, folgte sozusagen als Reaktion der Ausbau der restlichen Anlage durch die Pfirter 1107 Vgl. hierzu die grundsätzlichen Ausführungen von H.-M. Maurer, Die Entstehung der hochmittelalterlichen Adelsburg in Sudwestdeutschland, in: ZGO 117 (NF 78), 1969, bes. S. 318-321. 1108 So z. B. Hohenburg, Purpurkopf und Hoh-Egisheim. Siehe dazu die Auflistung bei Biller u. Metz, Anfänge, S. 281; vgl. auch die Angabe zum Jahr 1027 bei Wipo, Gesta Chuonradi II imperatoris, cap. 29, S. 39, wo Wipo von castella Hugonis comitis berichtet, die von Herzog Ernst im Zuge seines Aufstandes gegen Konrad II. zerstört wurden. 1109 H.-M. Maurer Entstehung, S. 317 u. Anm. 92. 1110 Siehe Biller u. Metz, Anfänge, S. 253 u. 275. 1111 Siehe ebda, S. 253. 336