Schließlich ist er letztmalig am 14. April des Jahres 1189 in einem in Hagenau ausgestellten Diplom des Kaisers, einen knappen Monat vor dessen Abreise ins Heilige Land, als Zeuge nachzuweisen739. Diese Begegnung in Hagenau war das letzte Zusammentreffen Alberts mit dem alten Kaiser, der am 15. April von Hagenau aufbrach740 und nach Regensburg eilte, von wo er am 11. Mai an der Spitze des Kreuzfahrerheeres zu seiner letzten großen Unternehmung aufbrach741. Albert II. und Heinrich VI. Das Verhältnis während der Anfangsjalire Heinrichs VI. Das Verhältnis zwischen Albert II. und dem Sohn und späteren Nachfolger Friedrich Barbarossas, Heinrich VI., gestaltete sich zunächst neutral. So findet man den Dagsburger Grafen schon gegen Ende des Jahres 1184 in der Umgebung des jungen Königs. Er ist am 24. November in Speyer bei der Überweisung der Gemahlin eines gewissen Ansfried von Romont als Ministerialin an den Bischof von Verdun durch den König als Zeuge anwesend742. Im September des Jahres 1185 finden wir ihn ebenfalls in der Umgebung Heinrichs VI. in Lüttich, der dort einen Hoftag abhielt und einen Feldzug gegen König Philipp II. von Frankreich vorbereitete743. Graf Balduin V. vom Hennegau, der Schwieger¬ Kreuzzug losgezogen (siehe unten, Anm 741). Anhand dieser zeitlichen Inkoinzidenz wird deutlich, daß Albert II. nicht ins Heilige Land mitgezogen ist. Vgl. auch die in den Annales Marbacenses, ad 1189, S. 60, gegebene Liste der mit dem Kaiser am 15. April 1189 in Hagenau aufgebrochenen hochadeligen Teilnehmer am Kreuzzug. Es bestünde noch die - freilich unwahrscheinliche - Möglichkeit, daß der Dagsburger Graf erst verspätet zum Kreuzzug aufgebrochen ist. Albert II. ist erst wieder am 28. August 1190 als Zeuge in einer in Kaiserslautern ausgestellten Urkunde Heinrichs VI, nachweisbar. Drucke der Urkunde bei La Farina, Studi, 4. Teil, S. 184 f.; Regest: Böhmer-Baaken, Nr. 106 u. Dolch u. Münch, Urkundenbuch I, Nr. 71, S. 69. Allerdings könnte Albert II. frühestens nach dem Tod Friedrich Barbarossas am 10. Juni 1190 die Rückkehr angetreten haben. Eine derart schnelle Rückreise nach dem Tod des Kaisers, daß er am 28. August 1190 schon wieder im Reich weilen konnte, scheint zeitlich nicht im Bereich des Möglichen zu liegen, zumal Barbarossas Sohn, König Heinrich VI., höchstwahrscheinlich erst Ende September 1190 vom Tod seines Vaters erfahren haben dürfte (siehe dazu P. Csendes, Heinrich VI., Darmstadt 1993, S. 82 f.) Hätte Albert II. am Kreuzzug teilgenommen, so würde er den König doch mit Sicherheit am 28. August Uber den Tod Friedrich Barbarossas informiert haben. 739 D FI 993, S. 282. 740 Annales Marbacenses, ad 1189, S. 60. 741 Die letzten, in Regensburg ausgestellten Urkunden Friedrichs I. datieren vom 10. Mai 1189 (D F I 1002, S. 295 f. und möglicherweise auch noch D F I 1003, S. 296); zum Aufbruch Friedrichs I. am 11. Mai aus Regensburg siehe Annales Ratisponenses, ed. W. Wattenbach, MGH SS XVII, S. 590, u. Historia de Expeditione Friderici imperatoris, in: Quellen zur Geschichte des Kreuzzuges Kaiser Friedrichs I., ed. A. Chroust, MGH Script, rer. Germ. NS 5, Berlin 1928, S. 17; siehe auch Opll, Itinerar, S. 231. 742 Druck: Ottenthal, Königsurkunden, Nr. 3, S. 363 f. - Regest: Böhmer-Baaken, Nr. 3. 743 Zur Datierung des Hoftages in Lüttich siehe Böhmer-Baaken, Nr. 4b; zum geplan¬ ten Feldzug gegen Frankreich und den Ereignissen auf dem Lütticher Hoftag sie¬ he O. Engels, Der Niederrhein und das Reich im 12. Jahrhundert, in: Ders., 277