Zuerst soll eine Bestandsaufnahme der in Frage kommenden Urkunden Ermen- sindes von Luxemburg erfolgen: Im Jahre 1121 hatte Ennensinde zusammen mit ihrem zweiten Ehemann, Graf Gottfried von Namur, einige Kilometer westlieh von Namur die Prämonstratenserabtei Floreffe gestiftet533. Kurze Zeit später, wohl um das Jahr 1127, gab Ermensinde das Hospital zu Wanze, das sie mundiburdi mei ac mariti domini Godefridi, comitis Namucensis, assensu534 ebenfalls gestiftet hatte, und die Hälfte des Zehnten von Warnant und ihren Teil von Bilzen an die Abtei Floreffe535. Auch eine weitere Urkunde Ennensindes ist von Wichtigkeit, um die Zusammenhänge zu erkennen. Wohl um 1137 stellte Ennensinde zusammen mit ihrem zweiten Gemahl, Gottfried von Namur, eine Schenkungsurkunde für die unweit von Amay gelegene Abtei Flöne aus, in der sie den Titel einer Gräfin von Moha führt und in der es ebenfalls um Güter in Warnant geht536.Wahrscheinlich ebenfalls in den zwanziger oder dreißiger Jahren übertrug Ermensinde schließlich das auf ihrem Allod gestiftete Kloster St. Victor in der Vorstadt von Huy an Cluny, wie wir aus einer Urkunde von Bischof Albero von Lüttich erfahren537. Auch hier wird sie Gräfin von Moha genannt538. Aus einer Urkunde ihres Enkels Hugo VIII. aus dem Jahre 1154 erfahren wir schließlich noch von der von Ennensinde durchgeführten Schenkung dieser Kirche, die auch den Namen St. Johannes trug539, 533 Druck bei Rousseau, Actes, Nr. 2, S. 8-11. 534 Druck bei V. Barbier, Histoire, II. ed., tom II, Nr. 7, S. 6 Г, Zitat S. 6; weiterer Druck bei Rousseau, Actes, Nr. 3, S. 11 f. 535 Druck bei V. Barbier, Histoire, II. ed., tom. II., Nr. 7, S. 6 f.: Ego Ermensindis, comitissa Namucensis, ... hospitalem domum in usus раирегшп in allodio meo Wange construxi; nichilque Deo conferens, sed ei que sua sunt reddens, dimidiam partem decime de Wartiani, tam minoris quam majoris, ad ecclesiam beati Remigii pertinentis, ei contradidi. 536 Original in Huy, AEH, abbaye de Flöne, boite de chartes 1, n° 6: ... quod comitissa de Musal Ermensendis, cum viro suo Namucensi comite Godefrido; Drucke bei Evrard, Documents, Nr. 9, S. 295 Г; deMarneffe, Recherches, Nr. 3, S. 259 f.; Rousseau, Actes, Nr. 4, S. 12 f. 537 Druck: Mir^eus u. Eoppens, Opera, 4. Bd., cap. XXV, S. 363. Es ist nicht klar, um welchen Bischof Albero es sich handelt, da die Urkunde angeblich im Jahr 1130 ausgestellt ist, was unmöglich stimmen kann, da zu dieser Zeit Bischof Alexander I. in Lüttich amtierte (siehe Series episcoporum ecclesiae catholicae occidentalis ab initio usque ad annum MCXCVIII, series V: Germania, Tom. I: Archiepiscopatus Coloniensis, hrsg. v. S. Weinfurter u. O. Engels, Stuttgart 1982, cap. Leodium, bearb. v. J.-L. Küpper, S. 76). Als Aussteller der Urkunde kommen zwei Bischöfe namens Albero in Frage, Bischof Albero I., der von 1122 bis 1128 amtierte, und Bischof Albero II., welcher von 1135 bis 1145 als Bischof nachgewiesen ist (ebda., S. 76 f ). 538 MlRA-us u. Foppens, Opera, 4 Bd., cap XXV, S. 363: ... Ego Albero Dei gratiä I^eodiensis Episcopus, notum esse .... quod Domina ERMENSENDIS Comitissa de Muhalt. quce uxor extitit Nobilissimi Comitis Alberti, divina patrimonia quce in suis possessionibus Ecclesiarum sunt, piä liberalitate amplificans. suggerente quadcun nobili & religiosa foeminä nomine Regina sibi eliarn consanguinea, Ecclesiam beati Victoris quam jure sui allodii, in cujus feudo sita erat, in suburbio Hoyensi libere possidebat. Ecclesice Cluniacensis beatorum Apostolorum Petri & Pauli, & suce filice quce est in Marcuniaco indotata/n sine aliquibus appenditiis, tantum cum sui ambitu ccemiterii, in suum perpetuum Jus legavit Monastico Ordini, deputatam noslrce defensioni & omnium Leodiensi Sedi Praesidentium, adversus omnem calumniam jure Parochiali cotmnisit. 539 Siehe Monasticon Beige, S. 130. 245