von Büren und Hildegards von Schlettstadt, seine Tochter Agnes zur Frau und ernannte Friedrich gleichzeitig zum Herzog von Schwaben384. Heinrich IV. versuchte darüber hinaus, die staufische Familie noch enger in sein Herrschafts¬ system einzubinden. Sozusagen als flankierende Maßnahme zur Ernennung Friedrichs zum Herzog von Schwaben betrieb er nach dem Tode des Straßburger Bischofs Thiepald, der am 2. August des Jahres 1082 verstorben war385, die Ein¬ setzung Ottos, eines der Brüder des neuen Herzogs, zum Bischof von Straßburg386. Straßburg lag ja im Herrschaftsbereich des schwäbischen Herzogtums, und so schien es möglich, in Südwestdeutschland mit Hilfe der staufischen Brüder die königliche Herrschaft wieder zu stärken. Otto ist ab 1084 als Straßburger Bischof nachzuweisen387. Gerade diese geballte Macht der Staufer, welche das Herzogtum Schwaben und das Straßburger Bistum in ihren Händen vereinigen konnten, mußte die Grafen von Dagsburg-Egisheim aufs Äußerste beunruhigen. Es war zu befürchten, daß bei dieser Konstellation das Elsaß auf längere Sicht gesehen gän/Jich unter staufischen Einfluß geraten und der Schwabenherzog, wie es schon zu Zeiten von Konrad II. Herzog Ernst von Schwaben versucht hatte, das Elsaß stärker in seinen Herrschaftsbereich integrieren würde. Es drohte wohl diesmal ernstlich die Gefahr einer Mediatisierung, von der oben im Zusammenhang mit dem Überfall Herzog Emsts auf das Elsaß schon gesprochen wurde388. Der politische Spielraum der mächtigen und weitgehend selbständig agierenden Grafen wäre dadurch erheblich eingeschränkt worden. Diesmal arbeiteten jedoch König, Herzog und Bischof Hand in Hand, so daß nicht, wie beim versuchten Zugriff Herzog Emsts auf das Elsaß, das Königtum als Partner der in ihrer Macht bedrohten Grafen von Dagsburg- Egisheim zur Verfügung stand. Man mußte sich also nach anderen Bündnispartnern umsehen. So war es nur natürlich, mögliche Verbündete unter den Gegnern des Saliers zu suchen. Der Vertreter der Dagsburg-Egisheiincr Grafen, der sich auf der Seite der Gegner Heinrichs IV. besonders exponierte, war der schon erwähnte Hugo VI., der piissimus comes Hugo, wie er in einer Quelle genannt wird389 390. Bernold von St. Blasien bezeichnete ihn sogar als indefessus miles sancti Petrß90. Hugo VI. finden wir in den achtziger Jahren des 11. Jahrhunderts in erbitterte Kämpfe verwickelt mit den Bischöfen der beiden Bistümer, die das Herrschaftsgebiet des Grafen 384 Ottonis et Rahewini Gesta Friderici I imperatons, lib I, cap. 8, S. 23 f. 385 Siehe dazu RegBfeStr. I, Nr. 334, S. 290, dort auch zu den Datierungsproblemen 386 E. C. Scherer, Die Straßburger Bischöfe im Investiturstreit. Ein Beitrag zur elsässischen Kirchengeschichte, Bonn 1923, S. 75 ff., vermutet, daß vor allem Ottos Bruder, Herzog Friedrich 1 von Schwaben, Pläne des Straßburger Domkapitels zur kanonischen Wahl eines neuen Bischofs vereitelt und beim König auf die Einsetzung seines Bruders hingewirkt habe. 387 Siehe dazu RegBfeStr. I. Nr. 335 u 336, S. 290 f. 388 Siehe oben, S. 201 f. 389 Die Urkunde des Touler Dekans Luctolf ist abgedruckt bei Douche, Actes, Nr. 23, S 134-138, Zitat S. 135. 390 Bernoldi Chronicon, MGH SS V, ad 1089, S 449. 219