Egisheimer Haus wegführen und zu sehr in die päpstliche und kuriale Politik des 11. Jahrhunderts leiten. Der im Jahre 1002 geborene Bruno267 war schon in seiner Kindheit dem Bischof von Toul anvertraut und in der dortigen Domschule erzogen worden268, die vor allem als Ausbildungsstätte für zum geistlichen Stand bestimmte Adelssöhne bekannt war269. Eine Zeitlang zumindest scheint Bruno auch Schüler in der Klosterschule von Hersfeld gewesen zu sein270. An der Touler Domschule hat er jedenfalls eine solide Ausbildung im rhetorischen und juristischen Bereich271 im Rahmen der septem artes liberales erhalten272. Ihm eigneten angeblich auch künstlerische Fähigkeiten vor allem auf musikalischem Gebiet; so soll er Kompositionen für liturgische Zwecke angefertigt haben273. Im Alter von 24 Jahren trat er schließlich in nachweisbaren näheren Kontakt zu seinem consanguineus274 Konrad II. Als Domkanoniker in Toul hatte Bruno schon Anfang 1026 anstelle des Touler Bischofs Hermann als Anführer des Touler Truppenkontingentes Konrad II. auf dessen Italienzug begleitet275. Nach dem Tod Bischof Hermanns von Toul im selben Jahr276 wurde Bruno Ende April von Konrad II. zum Bischof von Toul ernannt277 und am 20. Mai dieses Jahres zum neuen Touler Bischof erhoben278, obwohl er das kanonische Alter noch nicht erreicht hatte. Ob jedoch dieses Bistum für ihn ursprünglich vorgesehen war oder ein 267 Leonis IX vita, lib. I, cap. 2, S. 129; siehe auch Annales Marbacenses, ad 1002, S. 27. 268 Leonis IX vita, lib. I, cap. 2, S. 130. 269 Siehe auch H. Zielinski, Der Reichsepiskopat in spätottonischer und salischer Zeit (1002-1125), 1. Teil , Stuttgart 1984, S. 82 f. 270 Dies geht aus einer aus dem 15. Jahrhundert stammenden Dorsualnotitz an einem Privileg Leos IX. aus dem Jahre 1054 hervor, das er der Abtei Hersfeld ausgestellt hatte. Die Notiz ist abgedruckt bei Weirich, Urkundenbuch, 1. Bd., 1, Hälfte, Nr. 101, S. 181 ff.: Nota antiquum et bonum instrumentum de exempcione monasterii Hersfeldensis, et est transsumptum Leonis pape ... privilegii, et custodias bene propter deum omnipotentem. Et iste l^o studens fuit in dicto tnonaslerio tempore, quo rexerat ibidem beatissimus confessor Christi Albewinus conventualis monasterii eiusdem, ut credo et estimo (Zitat, S. 181, Anm. 1); vgl. dazu Struve, Hersfelder Klosterschule, S. 538. 271 Er soll die rhetorisch ausgefeilten Privilegien, die er ausgestellt hat, selbst diktiert haben, so A. Waas, Leo IX. und das Kloster Muri, in: AUF 5, Leipzig 1913/14, bes. S. 259- 263; vgl. auch Zielinski, Reichsepiskopat, 1. Teil, S. 83. 272 Leonis IX vita, lib. I, cap. 4, S. 131; vgl. Zielinski, Reichsepiskopat, 1. Teil, S. 82 f. 273 Leonis IX vita, lib. I, cap. 13, S. 144. 274 Ebda., lib. I, cap. 8, S. 135. 275 Ebda., lib. 1, cap. 7, S. 134: Anno igitur aetatis vigesimo tertio, cum iam alteram adolescentiae hebdomadam fuisset ingressus et ab incarnatio dei Patris Verbo MXXV excurreret annus, vice sui pontificis Herimanno in expeditione praefati Conradi imperatoris Longobardiam et maxime super Mediolanum tunc rebellem praeclarus Bruno est profectus, levitico officio insignitus. 276 Ebda , lib. I, cap. 8, S. 135. 277 Böhmer-Appelt, Nr. 6Id, S. 38. 278 Leonis IX vita, lib. I, cap. 11, S. 140: Tandemque die dominicae ascensionis, tertiodecimo Kalendas ¡unii, omnium inexplebili gaudio susceptus, praesentibus cunctis Belgicae Galliae primoribus electus ac laudatus, a suo consobrino domino Theodorico Mediomatricorum praesule est pontificaliter inthronizatus. 203