Todes, unter Berücksichtigung seines Beinamens, läge meines Erachtens vielleicht bei 20 bis 28 Jahren. Somit könnte man Hugos IX. Geburt in dem Zeitraum zwischen 1144 und 1152 ansetzen. Für diesen Befund spricht auch die Erwähnung eines Hugo, filius comitis de daborc, in der Zeugenreihe einer undatierten Urkunde des Ritters Conrad de Meux aus der familia des Grafen von Namur, der dem Priorat Basse-Wavre sein Allod in Grand-Leez übertrug577. Die Herausgeber der nicht mehr im Original überlieferten Urkunde datieren sie - wenn auch mit Vorbehalten - auf das Jahr 1145, da als ihr Ausstellungsjahr in dem Chartular von Floreffe, in das sie eingetragen ist, im Rubruin das Jahr 1145 angegeben wird578. Würde die collecto exercitu se per terram eius inopinate diffundunt. Bilisium namque et Calmunt dimidium legitimo iure cum appendiciis eorum suum esse dicebant, quod tarnen a patre eius tiec armis nec iusticiae legibus obtinere unquam potuerant. Armatis itaque occulte suorurn fortissimis, die dominico castrum Berte repentitio irnpetu invadunt, et tocius in circuitu provinciae vicos devastant atque comburunt. Sed nec tune quidem ecclesia nostra a vastalione possessionum suarum potuit esse aliena, nam Horte villa nostra semiusta tota vastatur, fractisque rotis tnolendinum nostrum a predonibus incensum feroci igne exuritur. Es sei noch auf zwei Fälle hingewiesen, die meiner These, aktive kriegerische Tätigkeiten seien im Alter von ca. 10 Jahren äußerst unwahrscheinlich, scheinbar entgegenstehen. So wird von Otto von Freising in Ottonis et Rahewini Gesta Friderici I. imperatoris, lib. II, cap. 20, S. 122, behauptet, daß Friedrich Barbarossas Stiefbruder, Pfalzgraf Konrad, der damals ungefähr 10 Jahre alt gewesen sein muß, wie Hofmeister, Puer, S. 300, glaubhaft macht, im Februar 1155 an dem Vorgehen gegen Tortona beteiligt gewesen sei. Ebenso sei laut Vincentii Pragensis annales, MGH SS XVII, ed. W. Wattenbach, S. 665, Barbarossas Neffe, Friedrich von Rothenburg, an den Kämpfen an Barbarossas Krönungstag (das ist der 18. Juni 1155) aktiv beteiligt gewesen. Friedrich der Rothenburger war zu diesem Zeitpunkt ebenfalls erst zwischen neun und zehn Jahren alt (vgl. dazu Hofmeister, Puer, S. 300). Beide Fälle kommen aber ftlr unsere Überlegungen nicht in Betracht, da diese Aussagen vom Standpunkt der höfischen Geschichtsschreibung zu begreifen sind (vgl. ebda ). Die Stelle bei Vinzenz von Prag beruht auf einem Irrtum (vgl. Böhmer-Opll, Nr. 319). Nachweislich hat Herzog Friedrich von Rothenburg nicht am ersten Italienzug Friedrich Barbarossas teilgenommen. Letztmalig ist Herzog Friedrich vor Barbarossas erstem Italienzug in einer im Mai 1154 in Göppingen ausgestellten Urkunde Friedrichs I. nachweisbar (D F I 77). Erst nach Barbarossas Rückkehr aus Italien tritt der Sohn Konrads III. wieder als Zeuge in einem am 29. Oktober 1155 in Würzburg ausgestellten Diplom des Kaisers auf (D F I 127). Könnte es sein, daß im Falle Friedrichs von Rothenburg von Vinzenz von Prag, indem er das Bild des selbstlosen Einsatzes des Rothenburgers für seinen Vetter bei dessen Kaiserkrönung ’konstruierte’, suggeriert werden sollte, daß der Rothenburger, als der Sohn des Vorgängers Friedrich Barbarossas und bei der Königswahl 1152 übergangene Königssohn, sich letztendlich mit der Wahl Barbarossas einverstanden erklärte? Diese Quellenstelle wird nicht besprochen sowohl bei G. ALTHOFF, Friedrich von Rothenburg. Überlegungen zu einem übergangenen Königssohn, in: Festschrift für Eduard Hlaw'itschka zum 65. Geburtstag, hrsg. v. K. R. Schnith und R. Pauler, Kallmünz Opf. 1993, S. 307-316, als auch bei J. P. Niederkorn, Friedrich von Rothenburg und die Königswahl von 1152, in: Von Schwaben bis Jerusalem. Facetten staufischer Geschichte, hrsg. v. S. Lorenz u. ü. Schmidt, Sigmaringen 1995, S. 51-59. 577 Druck der Urkunde bei DE Marneffe, Cartulaire d’Afflighem, Nr. 73, S. 113 f., Zitat, S. 114; weiterere Drucke in: Documents concernant Grand-Leez et Sauveniere, extraits du cartulaire de l'abbaye de Floreffe, in: AHEB 8, 1871, Nr. 1, S. 225. - Rousseau, Actes, Nr. 3, S. 95 ff. 578 Siehe de Marneffe, Cartulaire d’Afflighem, Nr. 73, S. 113, Anm. 1. Rousseau, Actes, Nr. 3, S. 95, versieht das Datum mit einem Fragezeichen. 103