Grafenfamilie im 12. Jahrhundert einen großen Schritt nach vorne gebracht515. Grundlage für den durch Tihon erbrachten Beweis bilden zwei Urkunden Hugos VIII. von Dagsburg, in denen er ausdrücklich die Gräfin Ermensinde von Nainur seine Großmutter nennt. Zum einen handelt es sich um eine Urkunde aus dem Jahre 1154, in der er sowohl seine Großmutter als auch ihren ersten Gemahl Albert I. von Dagsburg-Egisheim erwähnt516. Zum anderen bezeichnet Hugo VIII. in einer von ihm im Jahre 1163 für die Abtei Floreffe ausgestellten Urkunde die Stifterin von Wanze, Gräfin Ermensinde von Namur, als seine Großmutter und bestätigt der Abtei ihre Schenkung517. Der Großvater Hugos VIII. kann also nur Ermensindes erstehelicher Gemahl, Gral' Albert I. von Dagsburg-Egisheim, sein518. Der Geburtszeitpunkt Hugos VIII. läßt sich nur annähernd bestimmen. Der späteste Termin kamt theoreüsch acht bis neun Monate nach dem frühen Tod seines Vaters, der ja im Jahre 1123 verstorben war, liegen519. Somit ergibt sich als Terminus ante quem für die Geburt Hugos VIII. der Zeitraum zwischen August und September 1124. Zum Terminus post quem können wir mit einigen Vorbehalten annähernd genaue Aussagen treffen. Grundlage dafür ist eine Urkunde aus dem Jahre 1137, in der Hugo VIII. noch puer genannt wird520. Der mit pueritia bezeichnete Zeitraum wird gewöhnlich für das Alter zwischen 7 und 14 Jahren gezählt521. Dies würde 515 Tihon, Dissertation, bes. S. 254 f. Allerdings haben sich seine 1908 veröffentlichten und richtungsweisenden Erkenntnisse immer noch nicht endgültig durchgesetzt, wie ein Blick auf die, eine fehlerhafte genealogische Einordnung des Grafen Hugo VIII. aufweisende Stammtafel bei Thary, L'histoire, S. 24, zeigt. 516 Urkunde, abgedruckt bei deMarneffe, Recherches, Nr. 6, S. 263: Hugo Dei gracia comes musacensis, recognoscit quod ava sua pie memorie Hermensendis comitissa ecclesiam beati venerabilisque Joannis, que in Hoio sita est et sui juris erat, cluniacensi ecclesie beati Petri apostolorum principis cum simiterio suo et decima, pro salute anime sue ac domini Alberti sponsi sui et predecessorum eius, perpetuo possidendam libere ac legitime tradidit. 517 Urkunde, abgedruckt bei V Barbier, Histoire, II. ed., tom. II, Nr. 41, S. 25 ff.: Ego igitur H. de Dagesburg, comes Me tensis, notum esse volo cunctis fidelibus tam nostri temporis quam post nos successuris, quod quicquid ava mea bone memorie Ermensendis, comitissa Namucensis, contulit et concessit ecclesie beate Marie Magdalene, de loco qui dicitur Wanzia ... concessi et donavi (Zitat, ebda., S. 26). 518 Eis sei noch darauf hingewiesen, daß Ermensindes zweiter Ehemann, Gottfried von Namur, natürlich als Großvater Hugos VIII. nicht in Frage kommt, da die Grafen von Namur niemals Grafen von Dagsburg waren. 519 Siehe oben, S. 80 f. 520 Druck: WÜRDTWEIN, 7. Bd., Nr. 36, S. 96 ff.: Notum sit omnibus Christi fidelibus, quod Hugo comes ... dedit et... concessit Ecclesiae Sanctae Dei genitricis Mariae et Sancti Deicoli de Lutra, ... capellam juxta Girbaden apud Lobias sitam ob remedium animae suae et patris sui scilicet Alberti comitis et avunculi sui Brunonis archidiaconi Tullensis, ... qui Brunonem ... construxit, filius autem ipsius puer Hugo videlicet et mater sua Gertrudis Comitissa ad eundem locum ... venientes; Regest: RegBfeStr. I, Nr. 462, S 322. 521 Siehe dazu A. Hofmeister, Puer, Iuvenis, Senex. Zum Verständnis der mittelalterlichen Altersbezeichnungen, in: A. Brackmann [Hrsg], Papsttum und Kaisertum. Forschungen z. pol. Gesch. und Geisteskultur d. Mittelalters. Paul Kehr zum 65. Geburtstag dargebracht, Ndr. d. Ausg. München 1926, Aalen 1973, besonders S. 289- 294. ln Ausnahmefällen, vor allem in poetischen Werken, kann die pueritia bis zum 93