Zu speziellen Fragen wie der Kriegsopferversorgung und der Wiedergutmachung erwiesen sich die Plenumsprotokolle und vor allem auch die Niederschriften der Ausschüsse im Archiv des Saarländischen Landtages in Saarbrücken als ausgesprochen aussagekräftig. Sie wurden ergänzt durch die Kriegsopferpresse und durch die weni¬ gen, aber freundlicherweise einsehbaren Unterlagen des VdK-Saar und des Versor¬ gungsamtes Saarbrücken. Ertragreicher als die Akten saarländischer Provenienz sind die französischen, die des Außenministeriums und des Hohen Kommissars in Saarbrücken. Sie werden im Archiv des Außenministeriums am Quai d'Orsay in Paris und in der Außenstelle Nantes aufbewahrt. Sie beziehen sich zwar nur relativ selten auf Fragen des Leistungsstan¬ dards wie der Familienzulagen, der Sozialversicherung und der Rentenpolitik, dafür sind die Dossiers aber insgesamt von um so höherer Qualität und zu Fragen der Sozial¬ partnerschaft ergiebiger. Sie spiegeln dabei die Position des Hohen Kommissariates, der Pariser Administration, teilweise auch die der Militärregierung in Baden-Baden wider, vor allem aber auch die Haltung der französischen Funktionsträger im saarlän¬ dischen Montanbereich. Ohne die französischen Akten wäre es insbesondere nicht möglich gewesen, die Mitbestimmung, die Tarifvertragsgesetzgebung sowie die Entwicklung der Gewerkschaften hinreichend zu bearbeiten. Partiell werden sie durch die Bestände des Landesarchivs ergänzt, etwa durch den Nachlaß Heinrich Schneider, die Bestände Staatskanzlei und Amt für Auswärtige und Europäische Angelegenheiten. Hinweise zu den Gewerkschaften und zur oppositionellen Sozialdemokratie fanden sich auch in den Beständen des Politischen Archivs des Auswärtigen Amtes in Bonn. Das Fehlen von Unterlagen der Saar- wie der Heimatbundparteien konnte durch die französischen Bestände und durch den Bestand des Ministeriums für innerdeutsche Beziehungen im Bundesarchiv Koblenz kompensiert werden. Vor allem für die Erfor¬ schung der oppositionellen Sozialdemokratie erwies sich dieser Bestand als ergiebig, ergänzt durch Akten des Deutschen Gewerkschaftsbundes im Archiv der Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf, etwa durch die Protokolle des DGB-Bundesvor- standes und durch die Akten der Hauptabteilung Ausland. Hinsichtlich der schwierigen Quellensituation zu den Gewerkschaften und zur Sozial¬ demokratie wurde nach möglicherweise verstreuten Akten in anderen Archiven ge¬ fahndet. Zur christlichen Gewerkschaft wie zum I.V. Bergbau konnten einige Unterla¬ gen im provisorischen Archiv der Industriegewerkschaft Bergbau und Energie in Bochum gefunden werden. In der Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisatio¬ nen der ehemaligen DDR im Bundesarchiv Berlin fand sich der Nachlaß von Friedrich Bäsel, der zur KP und zu ihrer Gewerkschaftspolitik einige Hinweise liefern konnte. Die vorliegende Studie basiert auf einer breiten Quellenbasis. Bestände unterschiedli¬ cher Provenienz aus über 20 deutschen und französischen Archiven wurden benutzt. Wie bei jeder Untersuchung zur Zeitgeschichte wurde versucht, die Aussagen der schriftlichen Quellen durch Gespräche mit Persönlichkeiten, die im Untersuchungs- 25