weise" die vorausgegangenen harten Auseinandersetzungen durchschimmern und die parteilich geprägte Voreingenommenheit erkennen läßt.6 Die außerordentlich materialreiche dreibändige "Saarpolitik" von Robert Heinz Schmidt7 läßt die Tendenzen einer ihrer hauptsächlichen Quellen erkennen, nämlich des sogenannten "Schneider-Becker-Archivs", einer sehr großen Sammlung von grauer Literatur, Zeitungsausschnitten, amtlichen Drucksachen, Berichten von Vertrauens¬ leuten und teilweise illegal erworbener amüicher Schriftstücke, die von den beiden DPS-Führem Richard Becker und Heinrich Schneider als Instrument und Dokumenta¬ tion ihres Kampfes gegen die Regierung Hoffmann aufgebaut worden war und 1960 vom Landesarchiv Saarbrücken erworben wurde. Sie wird ergänzt durch den 1973 und 1974 hinzugekommenen Nachlaß Heinrich Schneider. Walter R. Craddock, Per Fischer, und Jacques Freymond interessiert die Saarfrage vom supranationalen Blickpunkt aus. Sie thematisieren die Geschichte des Saarlandes zwischen 1945 und 1955 dabei vorrangig, um die deutsch-französischen Beziehungen zu erforschen, die durch die Saarfrage belastet wurden.8 Den Autoren dieser frühen Arbeiten waren kaum Akten saarländischer, deutscher und französischer Behörden zugänglich. Dies blieb auch in der folgenden Zeit so. Erst in den 1970er Jahren gewährte Ministerpräsident Dr. Franz Josef Röder Heinrich Schnei¬ der eine beschränkte Einsicht in Akten des ehemaligen Amtes für Auswärtige und Europäische Angelegenheiten. Dabei konnte Schneider entdecken, daß das Saar-Statut entgegen der bisherigen Annahme "nicht rasch entworfen worden war"9, sondern erste Überlegungen bis ins Frühjahr 1952 zurückreichten.10 6 Klaus А 1 t m e у e г u.a. (Hrsg.), Das Saarland, Saarbrücken 1958, S.8-9 (Vorwort der Herausgeber). Altmeyer war in der illegalen CDU aktiv, u.a. im Generalsekretariat und bei den Neuesten Nachrichten, Peter Weiant war bei der Industrie- und Handelskammer, Werner Veauthier in der CDU-Saar. 7 Robert H. S c h m i d t, Saarpolitik, 3 Bde., Berlin 1959-1962. Seine Studie wurde durch das Ministerium für gesamtdeutsche Fragen gefördert. Dazu: Bundesarchiv Koblenz (BA KO), Nachlaß Jakob Kaiser/ NL 18, Nr.194, Bl.4-6, 10, 100, u.a. Ministerialrat Dr. Knoop an Karl Brammer vom 3.12.59. 8 Walter R. Craddock, The Saar-Problem in Franco-German relations, 1945-1957, Diss. Ann Arbor 1965. Per Fischer, Die Saar zwischen Deutschland und Frankreich. Politische Entwicklung von 1945-1959, Frankfurt a.M, 1959. Jacques Freymond, Die Saar 1945-1955, München 1961. An neueren Arbeiten dazu sollen hier einige wichtige genannt werden. Zum Thema einer Annexion der Saar durch Frankreich, siehe: Rainer Hudemann, Die Saar zwischen Deutschland und Frankreich 1945-1947, in: Ders. und Raymond Poidevin (Hrsg.), Die Saar 1945-1955. Ein Problem der europäischen Geschichte, München 1992, S.23 f. 9 Herrmann und S a n t e, Geschichte des Saarlandes, S.51. 10 Heinrich Schneider, Das Wunder an der Saar. Ein Erfolg politischer Gemeinsamkeit, München 1974, S. 184-253. 15