Thyonville endete 1298 zunächst mit einem für Weiler-Bettnach verhältnismäßig ungünstigen Richterspruch. Der Metzer Kleriker Humbert als von frater Nicolaus 20 eingesetzter Bevollmächtigter {procurator) hatte vor dem Archidiakon Alberich von Marsal gegen den Priester Hermann von Thionville die Abtei vertreten. Nach¬ dem man in Weiler-Bettnach mit dem Urteil nicht zufrieden war, beschloß man, an das Offizialat in Metz {ad sedem metensem) zu appellieren21. Unklar bleiben die Hintergründe einer Urkunde aus dem Jahre 1316. Darin verzichteten Heinrich von Puttelange, ehemaliger Prévôt von Arlon, und Heinrich Bartremeus, Prévôt von Thionville, auf Schadenersatz durch die Abtei Weiler-Bettnach. Vorausgegangen war beider Gefangennahme möglicherweise durch Grundholden des Klosters in VoImerange(-les-Mines)22. Zunächst nicht erkennbar ist der Bezug zu Weiler- Bettnach bei einer Urkunde, die 1391 davon berichtet, Nicolaus de München und seine Frau Elisabeth hätten von Mentzelin, der Witwe Joannis Bouysz, Häuser in Thionville gegen zwei Goldgulden gepachtet23. Idekundis, die Tochter der besag¬ ten Mentzelin und Witwe des Schöffen Nikolaus Niderwar, verkaufte 1422 diese zwei Gulden Zins an Johannes von Soleuvre {Zolvern), den Prévôt von Thion¬ ville 24. Eine Urkunde aus dem gleichen Jahr berichtet, dieser habe für 31 Gold¬ gulden zu einem früheren Zeitpunkt von seinem Amtskollegen Johannes de Basen¬ heim einen Stall erworben. Die Reihe der Urkunden liegt sicher nicht lückenlos vor, so daß Ungereimtheiten bleiben. 1426 verkauften der Schöffe Isenbard von Schifflange {Schiffeldingen), Friedrich Tristant, der Schöffe Johannes de Basen¬ heim, genannt Grutzien, und Nicolaus Buyszlet Wetzell gegen 327 Goldgulden Ge¬ bäude in Thionville an Jakob Gerlach. Dieser veräußerte sie Johannes de Strassen, Schöffe zu Luxemburg, und dessen Frau Margareta de Ruetgen25. Der zu den Ver¬ käufern gezählte Nicolaus Buyszlet Wetzell dürfte identisch sein mit einem 1405 erwähnten Nicolaus Busboit, der Gebäude bewohnte, die mit einem Zins von 12 s. belastet waren. Diesen Zins schenkte Simon dem Kloster Weiler-Bettnach, behielt sich aber ein Rückkaufsrecht gegen zwölf Metzer Pfund vor26. Die für 327 Gulden 1426 verkauften Immobilien wechselten im darauffolgenden Jahr erneut den Besit¬ zer. Weiler-Bettnach erstand den gesamten Komplex, genannt Horrenboitz, wohl für 320 Rheinische Gulden von Martinus dominus in Fisbach und dessen Frau An¬ gelica de Strassen, vermutlich der Tochter und Erbin des früheren Eigentümers Jo- 211 Seine Stellung bleibt unklar. Er dürfte identisch sein mit dem freire Nicolle, lou convers de Vil- leirs, der 1290 für die Abtei einer Metzer Bürgerin auf Lebenszeit ein Haus verpachtete; vgl. WICHMANN: Bannrollen, Bd. II; 1290,19. Anläßlich eines Gütergeschäfts im Mai 1295 heißt es, dies sei per lou crant de frere Nicolle et l'acord de Villeirs geschehen; vgl. ADM H 1743 Nr. 14. 21 ADM H 1714, fol. 374r-376v [1298 II 17; Appellation 1299 I 27]. 22 ADM H 1714, fol. 378r-379v [1316 IV 10]. Die Einreihung der Urkunde an dieser Stelle beruht auf der vom Schreiber des Weiler-Bettnacher Chartulars gewählten Überschrift, wonach es sich um eine Vereinbarung mit einigen Bewohnern von Thionville handelte. 23 ADM H 1714, fol. 456v-458r [1391 VIII 28]. 24 ADM H 1714, fol. 448r-449r [1422 II 3]. 25 ADM H 1714, fol. 468r-469v [1426 IV 4]. 26 ADM H 1900 Nr. 3c; ADM H 1714, fol. 552v-553v [1405 IV 11]. 342