Luttange, die die Schenkung ihres Mannes erneuerte und auf die Allodialgiiter in Luttange, Ay, Guölange und Rurange verzichtete 38. Die Liste der Orte offenbart, daß es sich um Rurange-l^s-Thionville handelte. Ein bemerkenswertes Zeugnis für die von Weiler-Bettnach zumindest teilweise ausgeübte Grundherrschaft liefert eine Urkunde des Meiers Theidris und der Schöffen Richard und Peter von Rudrekan- ges, die sich mit der Frage beschäftigt, ob Personen, die verschiedenen Grundher¬ ren unterstehen, einander heiraten dürfen. Das Problem hing sich 1294 am konkre¬ ten Fall des Thomas, Sohn des Choible von Rudrekanges, auf, der ohne Zustim¬ mung Weiler-Bettnachs eine Frau außerhalb der klösterlichen Herrschaft zu heira¬ ten beabsichtigte39. Thomas und seine Nachkommen durften aber nicht den Grundherrn wechseln. Wenn er gegen diese Entscheidung anginge, sollten er und seine Nachkommen keine Güter von der Abtei mehr erhalten 40. Schon im Jahre 1216 hatte Bischof Konrad von Metz in der gleichen Thematik ein Urteil zugunsten der Abtei St. Amoul gefällt und die Eheschließung mit Angehörigen fremder Grundherrschaften untersagt41. Daneben gab es aber auch Absprachen zwischen einzelnen Klöstern, die etwa die Nachkommenschaft betroffener Personen unter sich aufteilten 42. Einen Streit um Rechte und Einkünfte in Reurekanges deleis Wi- nesperch beendete 1294 Johann von Vinsberg, der gleichzeitig alle Schenkungen seiner Vorfahren bestätigte43. Ebenfalls Auseinandersetzungen hatte es mit Warin von Landrevange 44 um Erbgüter in Rurekange gegeben, die 1300 beigelegt wur¬ den45. Aus dem gleichen Jahr stammt eine Stiftung von Besitz in banno, villa et fi- nagio de Rukanges46. Ob man den Ortsnamen mit Rurange (-lds-Thionville) gleichsetzen kann, ist nicht mit Gewißheit zu sagen. Ein Schreibfehler liegt nicht vor, da die Form ein zweites Mal erscheint: Stifter war der Schöffe Peter von Ru¬ kanges. Ein Indiz für die Bezugnahme auf Rurange-tes-Thionville liefert sein Na¬ me, war doch bereits 1294 in der Problematik um das Eherecht ein Schöffe Peter 38 B.N., Coli. Lorr. 976 Nr. 31 [1278 III 23]; gedruckt bei DE WAILLY, S. 132f. Nr. 195; Regest bei WAMPACH, Bd. 4, S. 569 Nr. 463. 39B.N., Coli. Lorr. 976 Nr. 47; ADM H 1714, fol. 347r-348r [1294 XI 18]; gedruckt bei DE WAILLY, S. 244 Nr. 331. 49... com il aust fiansiet ferne fuers de la seignerie de Villeirs sans lou consantemant des signors de Villeirs, la queil chose il ne poit faire ne ne dovoit, il devant dis Thomas vuet et oblige à ceu lui et ces hoirs ke il d'or an avant ne puxent servir ne estre desous atres signors ke desous ceas de Vil¬ leirs, ne ke ferne k'il praingnet, keille ke elle soit, c'ele n'est de la signerie de Villeirs, puxet estre doée por li ne por ces hoirs de heritaige ke moiset ou contaignet des devant dis signors de Villeirs; zitiert nach DE WAILLY (s. Anm. 39).. 41 HMB III, Preuves, S. 181f. [1216 III 18]. 42 HMB III, Preuves, S. 181f., Anm. (a). 43 B.N., Coll. Lorr. 976 Nr. 48 [1294 XII 16]. Aussteller ist der Offizial zu Metz. 44 Landrevange, Gde. Bousse, Ktn. Metzervisse; es liegt unmittelbar bei Rurange-lès-Thionville. Die Wüstung Landrevange, Gde. Lommerange, Ktn. Fontoy, kommt nicht in Frage. 45 B.N., Coli. Lorr. 976 Nr. 50; ADM H 1714, fol. 359r-v [1300 II], 46 B.N., Coli. Lorr. 976 Nr. 53 [1300 VI 21]. 335