inzwischen offenbar wieder arbeitete -, die Bewohner des Ortes seien "angeblich" hier mahlpflichtig75 *. Vor dem herzoglichen Prévôt Gobelo von Sierck erklärte 1276 Arnold von Volkrange, daß er keine Rechte an der Mühle von Hettange (-Grande) habe und deshalb den darüber zwischen ihm und Weiler-Bettnach entstandenen Streit beile¬ ge. Er erkannte somit die Schenkung seines Vaters, der sich ebenfalls Arnold von Volkrange nannte, an. Dieser hatte Konrad von Cattenom, den Archipresbyter Wi- rich von Kanpuhech76 und den Priester Reinbold von Perl als Miteigner an der Mühle bewogen, gleichermaßen auf ihre Rechte zu verzichten77. Die hier bezeugte Aufteilung der Mühlgerechtigkeit auf mehrere Personen oder auch auf geistliche Institutionen entsprach gängiger Praxis. Der Mahlzwang galt nur für die Grundhol¬ den des Mühlherm, was bei den im Hochmittelalter in Lothringen üblichen Kon¬ dominien häufig zu einer geringen Auslastung geführt hätte. Man konnte so pro¬ zentual die gleichen Abgaben erheben, andererseits brauchte man für die Instand¬ haltungskosten nur anteilsmäßig aufzukommen. Es bedeutete aber auch die Ver¬ pflichtung zu wechselseitiger Absprache bei der Verpachtung der Mühle. Ein offe¬ nes Problem ergibt sich aus der Frage, warum Arnold von Volkrange als luxem¬ burgischer Lehensmann78 von seinem Anspruch auf die Mühle in dem zum lu¬ xemburgischen Herrschaftsgebiet gehörenden Hettange-Grande79 vor dem loth¬ ringischen Amtmann zurücktrat. Man wird dies mit der Ausbreitung der herzogli¬ chen Vogtei über Weiler-Bettnach in Verbindung bringen müssen80 81, die mögli¬ cherweise nicht nur über Vereinbarungen hinsichtlich von Waldrechten Zugriff ge¬ wann, sondern auch Privilegien, wie die Mühlgerechtigkeit eines darstellte, in ih¬ rem Sinne nutzte. Das Phänomen der weitverzweigten Eigentumsrechte an einer Mühle tritt in gestei¬ gerter Form auch in Rurange(-lès-Mégange) zutage. Dort sind es 13 namentlich aufgefiihrte Personen, die 1317 für 25 Pfund Metzer Denare dem Kloster Weiler- Bettnach verkauften quicquid habent juris proprietatis vel possessionis in mollen- dino de Ruoderkinga^. Urkundlich niedergelegt wurde die Vereinbarung vor der curia domini ducis ... apud Waldervingam, d.h. am Amtssitz des lothringischen 75 ADM H 1757 Nr. 22, S. 20 Art. 24 [1741 IV 2]. 70 Verlesen entweder für das nahegelegene Kanfen (Gde., Ktn. Cattenom) oder Kemplich (Gde., Ktn. Metzervisse), was die Schreibweise des Namens eher nahelegt. 77 ADM H 1714, fol. 208r-209r [1276 IV 25]. 78 Für 1220, 1302 und 1308 ist die Lehensherrschaft der Luxemburger über Volkrange bezeugt; REL III, S. 1164. 79 Dabei äst nicht relevant, ob der Ort zur Propsteä Thionville oder zum Gericht Cattenom gehört hat; REL II, S. 366, s.v. Gross-Hettingen. 80 Vgl. Kap. III,3. 81 B.N., Coli. Lorr. 976 Nr. 61; ADM H 1714, fol. 352v-353v [1317 VI 1]. Nur bei zwei Personen, die aus Bockange (Buokinga) und Piblange (Pyvelinga) stammten, wird ihre Herkunft angegeben, doch reicht dies aus, um den Ort als das beiden Gemeinden unmittelbar benachbarte Rurange-lfcs- M6gange in Abgrenzung zu Rurange-l£s-Thionville zu identifizieren. 212