seits der dortigen Départementsgrenze erworbene Besitz ausgerichtet gewesen zu sein. Er umfaßte zumindest Güter und Rechte in den Orten Thil, Hussigny (- Godbrange), Bréhain-la-Cour, Bréhain-la-Ville, Tiercelet, Crusnes, Villers-la-Mon- tagne, Fillières, Morfontaine, Errouville, möglicherweise sogar Audun-le-Roman und Beuvillers, ferner vermutlich Russange und Audun-le-Tiche im Département Moselle. Ganz gleich, ob die letztgenannten beiden Orte dazugehörten, bündelt die Grangie die Güter jenseits der Sprachgrenze. Unter Berücksichtigung des eindeutig dominierenden Klosterbesitzes im ehemals deutschen Sprachraum wäre es faszinie¬ rend, könnte man die Gründung oder zumindest die spätere Orientierung der Gran¬ gie unter diesem Aspekt erklären. Die dürftige Quellensituation vermag indes hier¬ für nicht einmal genügend Indizien zu liefern. Im Jahre 1314 vereinbarten Weiler-Bettnach und die Zisterzienserinnenabtei Dif- ferdange im Süden des heutigen Großherzogtums Luxemburg einen Gütertausch. Da dieses Geschäft Weiler-Bettnach jedoch im Nachteil gesehen hätte, legten die Vertragspartner fest, die Nonnen müßten jährlich zusätzlich einen Getreidezins entrichten, der dem Maistre de Brehain la grange auszuhändigen war51. Ein Blick auf die Landkarte genügt, um festzustellen, daß die Grangie in Bréhain-la-Cour für die Zisterzienserinnen am leichtesten erreichbar war. Gleiches gilt für die Einwoh¬ ner des westlich der Grangie gelegenen Ortes Morfontaine, die nach einer Ent¬ scheidung des Prévôts von Longwy und anderer Gerichtsherren an ihre Pflicht er¬ innert wurden, einen Zins für die Nutzung eines Waldstücks in Bréhain dem gou- vernour de ladite mason zu übergeben52. Vermutlich auf ein anderes Areal zu be¬ ziehen hat man die Vergabe von Waldnutzungsrechten an die Bewohner des glei¬ chen Ortes, die 1365 erfolgte. Jeweils 1 Quart Hafer und 1 Huhn mußten chacun domicilie et le chef d'hostel de la dite ville faisant feu et fume dem commandement der Grangie in Bréhain-la-Cour seit 1365 entrichten53. Im Gegensatz zu Bonne- house, wo schon 1360 ein Mönch als Leiter des Klosterhofs bezeugt ist, stand in Bréhain noch 1385 ein Konverse der Grangie vor. Dies geht aus einer Vereinba¬ rung zwischen Weiler-Bettnach und 40 Bewohnern von Hussigny(-Godbrange) hervor, denen aufgetragen wurde, den fälligen Naturalzins au conver ou ministre de Brehain zu übergeben. Der Beleg zeigt aber auch, daß mit solchen Titeln wie mini¬ stre oder wohl auch gouvernour bzw. maistre nicht grundsätzlich Konversen ge¬ meint waren, im Gegenteil sogar wie in diesem Fall eine ausdrückliche Abgrenzung erfolgte. Auffallend unbestimmt bleibt 1447 die Formulierung Comis für den Ver¬ treter der Abtei in Bréhain54. Jacomin, der Sohn des Meiers Simon von Beuvillers, mußte Weiler-Bettnach einen Getreidezins leisten, der auf Gütern in Thil nördlich von Bréhain-la-Cour lastete. Maßgebend für den Ort der Abgabe war hier die Lage der Güter, nicht der Wohnort des Pächters. Für Jacomin, der gewiß wie sein Vater in Beuvillers lebte, hätte sich die unmittelbar benachbarte Grangie Ludelange ange¬ 51 ADM H 1714, fol. 389r-391r [1314 1 8]. 52 ADM H 1714, fol. 312r-313r [1358 VI 8]. 53 ADM H 1861 Nr. 1 [1365 XII 5]. 54 ADM H 1714, fol. 400v-402v [1447 III 20]. 171