auf die mutmaßliche Kollatur ftlr Pfarrstellen, bei deren Besetzung dem Abt von Weiler-Bettnach das Präsentationsrecht zustand. Ohnehin spärlich belegt, mag dies für Aboncourt/Altroff und Bibiche gegolten haben, für Br^hain-la-Cour/Crusnes, Gondrange, Tiercelet und Tressange wird man eher die Kollatur durch den Erzbischof von Trier anzunehmen haben, was Schenkungen durch das Trierer Domkapitel oder das Stift St. Paulin erhärten32. Trotz der letztlichen Ent¬ scheidungsgewalt des Diözesanoberen bei der Pfarrerbestellung war die Präsenta¬ tion gleichbedeutend mit der Beauftragung, sofern keine gravierenden Gründe ge¬ gen den Kandidaten sprachen. Von daher erklärt sich die in den relevanten Ur¬ kunden festzustellende Vermischung beider Begriffe. In engen Grenzen hielt sich die innerklösterliche Einflußnahme auf Entscheidungen des Abts. Prinzipiell hatte er zwar grundsätzlich die Zustimmung seines Konvents bei Entscheidungen einzuholen33 34, doch scheint dies mitunter in Vergessenheit geraten zu sein. Das Generalkapitel bestrafte 1231 den Abt de Villari34 wegen eines nicht ordnungsgemäß abgesprochenen Gütergeschäfts und wies aus diesem Anlaß auf die notwendige Zustimmung des Vaterabtes und des Konvents bei Verkäufen hin35. Mehr als zwei Jahrhunderte später beschäftigte das Problem der Gültigkeit eines ohne Befürwortung durch den Konvent abgeschlossenen Kontrakts die Metzer Justiz. Der Streit zwischen dem Weiler-Bettnacher Meier in Metz, Thiebault Chaistellet, und Jehan Domangin c'on dit Dix-Sol endete mit dem Urteilsspruch, daß die Verpachtung nicht ohne das Placet des gesamten Konvents vorgenommen werden könne (se se riest par le grey et consantement de tout le couvant)36. Der wachsende Einfluß des Konvents wird in der Frage der Siegelbefugnis sichtbar. Das Generalkapitel wies 1218 alle siegelführenden Konvente an, ihre Siegel zu zerbrechen, andernfalls jeden Donnerstag und Samstag die Beschränkung der Mahlzeiten auf Wasser und Brot drohte37. Im gleichen Jahr sprach die Versammlung gezielt die Mönche des spanischen Klosters Sobrado an und forderte sie auf, das angeblich existierende Konventssiegel zu zerstören, wandte sich darüber hinaus aber an alle anderen Klöster und stellte ihnen bei Nichtbefolgen der Anordnung erneut die angesprochene Reduzierung ihres Speiseplans in Aussicht38. Eine Vereinbarung zwischen Weiler-Bettnach und dem Bischof von Metz siegelte 1257 der Konvent mit dem ausdrücklichen Hinweis, daß er sich dazu des 32 Zu den Pfarrechten Weiler-Bettnachs vgl. die ausführlicheren Angaben im Ortskatalog unter den jeweiligen Siedlungen. 33 Dies legte bereits die Benediktsregel nahe, v.a. Kap. 3 und 65, wobei aber ausdrücklich die letzte Entscheidung dem Abt Vorbehalten blieb. 34 Ob der Abt von Weiler-Bettnach oder von Villers gemeint ist, bleibt unklar, doch kommt ohnehin dem Entscheid ordensweite Bedeutung zu. 35 CANIVEZ II, S. 96 ( 1231,29). 36 J. SCHNEIDER: Jugements, S. 76 Nr. 1550. 37 CANIVEZ I, S. 487 (1218,17). 38 CANIVEZ I, S. 493 (1218,45). 118