Folgezeit auf Dauer beschäftigen sollte. Zum anderen gab es Bestrebungen von weltlicher Seite, die Erbberechtigung von Klosterinsassen aufzuheben, um so den Verlust von Kapital und Immobilien einzudämmen30. Die Urkunde Alexanders vom 13. Januar 1260 griff in anderer Form noch einmal diese Problematik auf. Die zweite, am 31. Dezember ausgestellte Urkunde zeigt außergewöhnliche Wege des Besitzerwerbs auf31. Weiler-Bettnach erhielt die Erlaubnis, durch Wucherzin¬ sen, Raub und auf andere unrechtmäßige Art und Weise erlangtes Gut anderer, falls sich der rechtmäßige Eigentümer nicht ausfindig machen ließe, sowie Stiftungen zu einem frommen Zweck {in pios usus) anzunehmen. Ferner wurde dem Kloster zu¬ gestanden, die bei Gelübden geläufige Praxis der Umwandlung in Geldzahlungen bis zu einem Betrag von 200 Mark Silber auf sich anzuwenden, so daß mit der Übertragung einer entsprechenden Summe an Weiler-Bettnach die Befreiung vom Gelübde verbunden war. Ausgeschlossen blieb hiervon lediglich das Gelübde der Fahrt nach Jerusalem. Der letzte Punkt schließlich zeigt, welcher Mißbrauch hier¬ mit betrieben werden konnte und wohl auch wurde: Falls jemand sein Versprechen finanziell abgelte, das Kloster ihm aber unter der Hand einen Teil des Geldes wie¬ der zurückgebe, so werde nur der tatsächlich entrichtete Betrag auf die Tilgung des Gelübdes angerechnet32. Eine der beiden für den 1. Januar 1260 überlieferten Bullen hatte den gesamten Zi¬ sterzienserorden zum Adressaten33. Alexander erklärte an Abt und Konvent von Weiler-Bettnach gerichtet, daß sie von Apostolischen Briefen nicht betroffen seien, sofern darin nicht ausdrücklich auf die Relevanz für den Orden hingewiesen werde. Bereits Gregor IX. hatte dies dem Orden verbrieft34. Das zweite, nach Ausweis des Chartulars von Weiler-Bettnach auf den 1. Januar zu datierende Dekret liegt in praktisch identischer Fassung mit minimalen Wortveränderungen als Transsumpt von 1294 vor35, demzufolge die päpstliche Kanzlei die Urkunde erst am 13. Januar 30 Vgl. den Metzer Erlaß vom 9. April 1304: HMB III, Preuves, S. 265-267. 31 ADM H 1714, fol. 563r-v; WOLFRAM: Regesten, S. 203 Nr. 76. Nach POTTHAST ist es das frü¬ heste Stück dieses Inhalts; vgl. ferner bei POTTHAST die Nm. 17.912 und 18.125 (beide von Alexander IV.) sowie 25.322 und 25.326 (von Benedikt XI.). ... ut de usuris, rapinis et aliis male acquisitis sibi [korrigiert in sive, lies: si Uli] quibus horum restitutio fleri debeat omnino sciri et inveniri non possint nec non de quibuslibet legatis indi¬ stincte in pios usus relictis dum modo executor[is] testamentorum ad id accedat assensus ac de redemptionibus votorum que fuerint auctoritate diocesanorum Pontificum commutata Jerusali- mitano dumtaxat excepto usque ad summam ducentorum [sic!] marcarum argenti recipere valeatis auctoritate vobis presentium duximus concedendum, si pro similium receptione alias non sitis a nobis huiusmodi gratiam consecuti. Ita quod si aliquid de ipsis marcis dimiseritis vel restitueritis aut dederitis illis a quibus eas reciperitis huiusmodi dimissum vel restitutum seu datum nichil ad liberationem eorum prosit nec quantum ad illud habeatus [sic!], habeantur aliquatenus absoluti. 33 ADM H 1714, fol. 561v-562r; WOLFRAM: Regesten, S. 203 Nr. 78. Vgl. TANGL, S. 261 Nr. 27, der den Text unter den Formularen führt. 34 POTTHAST Nr. 8103 [1228 1 11]. 35 ADM H 1715 Nr. 6; unvollständiges Regest bei WAMPACH, Bd. III, S. 340f. Nr. 314; Text bei TANGL, S. 262f. Nr. 29. 82