Jahres 1280, daß eine solche nicht stattgefunden hat73. Sie hätte auch schwerlich ohne vorheriges Einschalten des Vaterabtes erfolgen können. Bei einer akuten Be¬ drohung wären die Klosterinsassen sofort und ohne vorher in Citeaux nachzuffagen in eine sicherere Bleibe - meist ein Stadthof - geflohen. Wie viele Zisterzienser¬ klöster geriet Eußerthal im 14. Jh. zunehmend in finanzielle Bedrängnis. Der Ver¬ kauf umfassender Besitztümer an das benachbarte Wörschweiler erfolgte 1321 mit der dazu notwendigen Zustimmung des Generalkapitels und des Vaterabtes aus Weiler-Bettnach74. Zu einer erheblichen finanziellen Belastung wurde möglicher¬ weise ein Ereignis, das in die Jahre 1337/38 gefallen sein dürfte und nur dank einer Urkunde vom 25. April 1346 überliefert ist75. Abt Ludwig und der Konvent von Eußerthal erklärten darin den Streit mit Weiler-Bettnach um eine hohe Entschädi¬ gung für beendet und versprachen, in Zukunft keine Forderungen mehr zu stellen. Ausgangspunkt der Differenzen war die Gefangennahme des Abtes Simon von Weiler-Bettnach und einiger seiner Gefährten durch den Pfalzgrafen bei Rhein, Ru¬ dolf II. den Blinden76. Obwohl nicht ausdrücklich erwähnt, kann man davon aus¬ gehen, daß der Überfall anläßlich einer Visitationsreise nach Eußerthal erfolgte, da dem pfälzischen Kloster die entstandenen Kosten für Unterhalt und Freilassung der Betroffenen in Rechnung gestellt wurden. Der Streit zwischen Eußerthal und sei¬ nem Mutterkloster zog sich über mehrere Jahre hin. Simon ist letztmals 1337 belegt und - glaubt man den Angaben der Gallia Christiana und bei Dupriez77 - 1338 von Heinrich abgelöst worden. Über die Hintergründe des Handstreichs gegen den Abt von Weiler-Bettnach läßt sich nur spekulieren, zumal nicht einmal klar ist, ob damit Weiler-Bettnach oder Eußerthal getroffen werden sollte. Für letzteres sprechen die Geldforderungen und die Lage Eußerthals im Herrschaftsbereich des Pfalzgrafen. Der Zweck des Unternehmens bleibt dennoch ungewiß; auch die Ereignisse, die zu dieser Zeit im unmittelbaren Blickfeld Eußerthals geschahen (Kurverein zu Rhens, Verpfändung u.a. von Annweiler und der Burg Trifels durch Kaiser Ludwig an sei¬ ne bayerischen Verwandten) liefern keine konkreten Anhaltspunkte. Wollte man die Geschehnisse gar auf die Ebene der Reichspolitik heben, so böte sich die Rivali¬ tät zwischen Ludwig und Karl IV. als Hintergrund an. Die besondere Affinität zum luxemburgischen Haus könnte dann für den Abt von Weiler-Bettnach die geschil¬ 73 SCHERER, S.41 und 74. 74NEUBAUER, S. 247f. Nr. 564 [1321 VIII 8]. 75ADMH 1714, fol. 404r-405r. 76 Ebd., fol. 404r: Cum inter nos ex parte una et religiosos viros, dominum Guydone [sic!] abbatem et conventum monasterii Villerii Bethnach ordinis predicti Metensis dyocesis ex altera orta dudum esset materia questionis ratione captivationis quondam domini Symonis visitatoris nostri abbatis predicti monasterii Villerii et quorundam sotiorum suorum per illustrem principem dominum Ro- dulphum ducem Bawarie comitem Palatini rem [lies: Reni] facte et occasione dampnorum et ex¬ pensarum multarum que et quas nos abbas et conventus Utrinevallis predicti ex captivatione pre- dicta et ob eam incurrimus et sustinuimus, nos pacem inquirere et amplecti totis viribus cupientes, notum facimus... 77 GC, Bd. XIII, Sp. 946; DUPRIEZ, S. 270. 53