Zwei weitere Zeugnisse aus dem 13. Jh. deuten daraufhin, daß der Abt von Mori- mond in Weiler-Bettnach weilte. Aus dem Freistroffer Bestand stammt eine Urkun¬ de des Abtes Dominicus von Morimond, wodurch dieser einen Streit zwischen Weiler-Bettnach und Freistroff um die Schweinemast im Wald bei Bibiche beileg¬ te6. Derartige Bemühungen der Äbte von Wörschweiler und St.-B6noit-en-Woövre waren 1278 noch gescheitert7. Es ist anzunehmen, daß sich der Abt von Morimond 1292 sowohl in Freistroff als auch in Weiler-Bettnach über die unterschiedlichen Positionen informierte und dabei die Klöster auch einer Visitation unterzog. Nur zwei Jahre später siegelte Abt Adam von Morimond auf Bitte des Abtes Johannes von Weiler-Bettnach eine Urkunde über die Absteinung der Zehntbezirke von Bu- dange und Hombourg zwischen Weiler-Bettnach und der Benediktiner-Abtei St.- Amoul (St. Arnulf) zu Metz8. Die Abtslisten in der Gallia Christiana und bei Du- priez, die den Wechsel von Simon auf Johannes ins Jahr 1294 datieren9, legen na¬ he, der Aufenthalt Adams von Morimond in Weiler-Bettnach stehe in Verbindung mit der Abtswahl. Eine Urkunde vom Juli 1293 führt jedoch schon Abt Johannes als Zeugen an10, so daß man 1294 von einer allgemeinen Visitation auszugehen hat. Eine solche fand auch 1356 statt, was dem einzigen Beleg über den Kontakt zwi¬ schen Morimond und seinem lothringischen Tochterkloster aus dem 14. Jh. zu ent¬ nehmen ist. Abt Thomas von Morimond bestätigte am 7. August 1356 ein Zinsge- schäft zwischen dem Kloster einerseits sowie Dietrich, dem Pfarrer von Br^hain11, und dem Weiler-Bettnacher Mönch Arnold de honetrinch andererseits. Die darüber ausgefertigte Urkunde, in der Weiler-Bettnach als Ausstellungsort genannt wird12, nahm Bezug auf einen am 2. Januar 1354 geschlossenen Rechtsakt, wodurch Ar¬ nold von seinen sieben Metzer Pfund Leibrente der Abtei 40 s. Zins für die Be¬ leuchtung der Klosterkirche übertrug13. Als Wächter über die Ausgabe der 40 s. für den beabsichtigten Zweck hatte man damals den Abt von Morimond eingesetzt, was sich daraus erklärt, daß dem Vaterabt bei Visitationen die Rechnungsführung des Klosters offengelegt werden mußte. Wenn zwischen den beiden Urkunden ein zeitlicher Abstand von zweieinhalb Jahren lag, so beweist dies, daß innerhalb des Zeitraums von Januar 1354 bis August 1356 keine Visitation durch den Abt von Morimond in Weiler-Bettnach stattgefunden hatte. Die Reise nach Lothringen könnte mit der Wahl des Weiler-Bettnacher Abtes Nikolaus von St.-Avold in Ver¬ 6 ADM H 683, Nr. lb. 7ADMH683,Nr. 1c. 8 ADM H 1714, fol. 27r-29r [1294 IX 22]. 9GC, Bd. XIII, Sp. 945; DUPRIEZ, S. 270. 10 WAMPACH, Bd. V, S. 529-31 Nr. 500. 11 Wohl Br^hain-Ia-Cour, wo Weiler-Bettnach Kollaturrechte besaß. 12 ADM H 1755, Nr. 9b. 13 ADM Hl 75 5, Nr. 9a. 40