An der spirituellen Besonderheit des oberlothringischen Mönchtums besaß St-Evre trotzdem einen unbestreitbaren Anteil: Möglicherweise ist die florizianische Prägung mancher lothringischen Klostergewohnheit113 vor allem über Toul und das dortige Reformzentrum als Zwischenstation erfolgt;114 und schließlich haben Gorze und St-Evre wie auch St. Maximin die Reformbewegung gemeinsam geformt, insofern sie den monastischen Erneuerungs¬ prozeß angestoßen und dabei Kontakt untereinander gehalten haben. Man kann daher auch kaum eine lothringische Reform St-Evrer, Gorzer oder St. Maximiner Provenienz unter¬ scheiden.115 Vielmehr besaßen an diesen drei Orten die Bemühungen um die Hebung der Mönchsdisziplin vergleichbare Bedingungen: die Verwurzelung in einer relativ dichten (und im Grunde trotz aller äußeren Gefährdungen doch nicht von einem völligen Verfall heim- 11 3 Dazu vgl. H a 11 i nger, in: CCM VII 1, S. 343 und 360-370; Sem m 1er, Das Erbe (wie Anm. 8), S. 52- 63; Lin Donat, Les coutumes monastiques autour de l'an Mil, in: Dominique logna-Prat/Jean- Charles Picard (Hgg.), Religion et culture autour de l'an Mil au Royaume capétien et Lotharingie. Actes du colloque „Hugues Capet 987-1987. La France de l'an Mil", Paris 1990, S. 17-24; ders., Vie et coutume monastique dans la Vita de jean de Gorze, in: L'abbaye de Gorze (wie Anm. 5), S. 159- 182; Anselme Davril, Points de contact entre la Vita lohannis Gorziensis et les Consuetudines Flo- riacenses Antiquiores, ebd. S. 183-192. 114 Zu dieser Vermutung vgl. Donat (wie Anm. 100) S. 171. 115 Vgl. dazu etwa Anm. 66. 140