übertrug er die Abtei Ebersheimmünster der Straßburger Kirche."9 Im übrigen fällt auf, daß Arnulf den bedeutenden Fiskus Brumath in Elisatia, der unter Karl dem Großen als Pfalz gedient hatte, im Jahre 889 an das Kloster Lorsch übertragen und damit eine Position des Königtums im Elsaß an die mittelrheinische Kernlandschaft des Reiches gebunden hat.119 120 Die lotharingische Frage wurde unter Arnulf erneut zum Thema, als er 895 seinen Sohn Zwentibold auf dem Wormser Hoftag zum König in Burgund und im gesamten Hlotharicum regnum erhoben hat.121 Während Zwentibold in Burgund nicht Fuß fassen konnte,122 hat er in Lotharingien, wenn auch in konfliktreicher Verwicklung mit dem regionalen Adel, seine FHerrschaft ausgeübt.123 Das Elsaß bildete dabei den östlichen Vorposten von Zwentibolds Reich,124 wurde also damals wieder nach Westen orientiert, und dies sollte in nachkarolin¬ gischen Zeit seine Nachwirkung haben.125 Zwentibold hielt sich mehrfach im Elsaß auf, gleich zu Beginn seiner FHerrschaft im 4. Januar 896 in Straßburg, wo er Münstergranfelden privilegierte, so daß zu vermuten steht, daß er hier auch Weihnachten gefeiert hat,126 und daran anschließend urkundete er in Schweighausen am EHeiligen Forst für das Kloster Samt- Denis.127 Die Anwesenheit des Königs von Lotharingien im Elsaß erscheint angesichts von dessen Rand- und Zwischenlage als ostentativer Akt. Mit dem Tod Arnulfs im Dezember 899 ging auch das lotharingische Unterkönigtum Zwen¬ tibolds zu Ende; die Großen des Landes huldigten im Frühjahr 900 in Diedenhofen dem in Forchheim gerade erhobenen Ludwig dem Kind, der bald darauf den Konradiner Gebhard als dux des regnum Hlotharii einsetzte.128 Auch dieser König hielt sich einige Male im Elsaß auf, 900, 902 und 906 in Straßburg,129 906 zusätzlich in Nordhausen bei Erstein.130 Man wird sicher sagen können, daß diese Aufenthalte, von denen nur der letzte Durchgangssta¬ tion von Lotharingien nach Alemannien war, den Anspruch des Herrschers auf dieses Gebiet demonstrieren sollten. Gerade das Itinerar eines König zu Beginn seiner Regierung ist in dieser Hinsicht aufschlußreich. 119 MGH DA 50. Vgl. die Vorbemerkung zur Verunechtung der Urkunde. Dazu Büttner, Elsaß (wie Anm. 1) S. 143 f. 120 MGH DA 70. 121 Regesta imperti 1 Nr. 1908a. Dazu Hlawitschka, Lotharingien (wie Anm. 81) S. 132 und Boshof, Lotharingien (wie Anm. 1) S. 142 ff. 122 Büttner, Elsaß (wie Anm. 1) S. 145. 123 Vgl. Hlawitschka, Lotharingien (wie Anm. 81) S. 158 ff. 124 Nicht der Breisgau, wie Dümmler, Geschichte (wie Anm. 58) 3 S. 409 wegen der das Elsaß, den Breis- und Sornegau betreffenden Besitzbestätigung Zwentibolds für Münster im Gregoriental annimmt. Vgl. MGH DZw 6. 125 Vgl. unten S. 65 ff. 126 Regesta imperii 1 Nr. 1961. 127 Regesta imperii 1 Nr. 1962. 128 Regesta imperii 1 Nr. 1983d, 1984a. Vgl. auch Hlawitschka, Lotharingien (wie Anm. 81) S. 190. In MGH DLdK 20 vom Juni 903 begegnet Gebhard erstmals als dux regni quod a multis Hlotharii dici¬ tur. Vgl. dazu Schneidmüller, Regnum (wie Anm. 62) S. 100 f. und Boshof, Lotharingien (wie Anm. 1) S. 143 ff. 129 Regesta imperii 1 Nr. 1992, 1998, 2039a. 130 Regesta imperii 1 Nr. 2040. 64