len oder die Ausrichtung der Lehrerbildung auf NS-Kurs - bestätigt die frühen Be¬ fürchtungen einer "Entchristlichung" des gesamten Schulwesens. In wenigen Jah¬ ren hatten die NS-Machthaber alte kulturelle Errungenschaften zerschlagen und durch Institutionen ersetzt, die die völkischen Ziele des Regimes vermitteln helfen sollten. Bürckel hatte lange Zeit versucht, diesen Weg zu verschleiern7, nicht zu¬ letzt aus taktischer Rücksichtnahme gegenüber einer christlichen Bevölkerung8 und wohl auch aufgrund des kleinen, an der Saar überschaubaren Rahmens. Zu¬ mindest nach außen folgten die neuen Einrichtungen und die Lehrerschaft den Vorgaben, zumal durch eine strenge Aufsicht ein Ausbrechen einer Vernichtung der Existenzgrundlage gleichkam. Es blieb der einzelnen Lehrperson Vorbehalten, inwieweit sie ihren Unterricht den verordneten Normen unterstellte oder es ver¬ stand, ihren Schülern andere Werte zu vermitteln, als sie Partei, Schulverwaltung und Staat befohlen hatten. 7 ' Als "Christ" und als ehemaliger Lehrer waren Zielrichtung und Entwicklung Bürckel sicherlich von An¬ fang an klar. Laut Mitteilung Leysers (1973) fühlte sich Bürckel subjektiv als Christ, und in seiner Wohnung hing bis zuletzt ein Kruzifix. Vgl. K.-G. Faber, Überlegungen, S. 53, Anm. 140. In kath. Kreisen galt Bürckel jedoch als Abtrünniger. Mitte 1942 trat er aus der Kirche aus. AB Speyer, BO, NA, 28/10, H. Prantl, Zur Geschichte, S. 115. Bürckels Handeln kommt dem Grundsatz gleich, den ihm Bomewasser 1937 unterstellte: "Du sollst nicht lügen, darfst aber auch nicht alles sagen." Brief Bürckels an Bomewasser v. 25.3.1937. AB Speyer, B 1, A-XV-28, Bl. 65. 8 Vgl. H. Prantl, Zur Geschichte, S. 97ff. Vgl. "Die völkische Reform der Bildung u. der Schule", in: E. Krieck, Nationalpolitische Erziehung, S. 111-125. 550